Ein ehemaliger Postzusteller hat vor dem Amtsgericht Krefeld gestanden, Zehntausende Postsendungen in einer Wohnung und einem Keller versteckt zu haben. Der 37-jährige Angeklagte bestritt jedoch, die Sendungen geöffnet oder entsorgt zu haben. Das Geständnis legte er im Rahmen eines Strafverfahrens ab, das sich gegen ihn und zwei weitere ehemalige Zusteller richtet.
Hintergrund des Versteckens
Der geständige Angeklagte erklärte, er habe mit dem Verstecken der Sendungen seiner damaligen Freundin helfen wollen. Diese war ebenfalls als Zustellerin tätig und zweifache Mutter. Sie sei zu dem Zeitpunkt völlig überfordert gewesen, so der 37-Jährige. Durch das Verstecken der Briefe habe er ihr eine Kündigung ersparen wollen.
Der Fall kam ans Licht, nachdem Hunderte Postsendungen in einem Papiercontainer gefunden wurden. Dieser Container befand sich in der Nähe der gemeinsamen Wohnadresse der drei damaligen Zusteller: dem geständigen 37-Jährigen, seiner damaligen Freundin (29) und deren Ex-Mann (ebenfalls 29), der ebenfalls als Zusteller tätig war.
Urteil gegen Mitangeklagte
Das Amtsgericht Krefeld verhängte gegen die 29-jährige ehemalige Zustellerin eine Geldstrafe von 600 Euro. Das Verfahren gegen ihren 29-jährigen Ex-Mann wurde hingegen wegen geringer Schuld eingestellt. Der Prozess gegen den 37-jährigen Hauptangeklagten wird fortgesetzt.
Umfang der nicht zugestellten Sendungen
Laut Staatsanwaltschaft geht es um insgesamt knapp 32.000 Postsendungen für mehr als 17.000 Empfänger. Diese Sendungen sollen im Zeitraum zwischen Oktober 2021 und April 2023 nicht zugestellt worden sein. Den drei Angeklagten wurde in der Anklage die Verletzung des Postgeheimnisses vorgeworfen.



