Zum Waldhotel Rennsteighöhe im Ort Frauenwald gehört ein besonderes Museum: das Bunkermuseum Frauenwald. Tief im Fichtenwald versteckt liegt hier ein echter DDR-Bunker aus dem Kalten Krieg. Besucher können die Anlage nicht nur besichtigen, sondern sogar dort übernachten – für 16 Stunden.
Der Bau der unterirdischen Verteidigungsanlage begann 1972 und wurde 1985 abgeschlossen. Unter Tage entstanden 3600 Quadratmeter, die gegen atomare Verstrahlung geschützt waren. Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR verwaltete und betrieb den Bunker. Im Ernstfall sollte hier die Bezirkseinsatzleitung Suhl weiterarbeiten.
Der Bunker war mit modernster Funk- und Nachrichtentechnik, einer Telefonzentrale, Fernschreibern und einer autarken Stromversorgung ausgestattet. Ventilatoren und Filteranlagen sorgten für saubere Luft, eine eigene Anlage zur Sauerstofferzeugung sollte das Überleben selbst bei einem Angriff mit chemischen Waffen sichern. Ein ausgeklügeltes System aus Türen und Schleusen bot zusätzlichen Schutz.
Nur einem direkten Atomangriff hätte die Anlage nicht standhalten können. Eine Mannschaft hätte hier unter Tage ein ganzes Jahr lang überleben können, im Falle eines Atomkrieges noch bis zu acht Tage. Viele Bereiche sind im Bunkermuseum bis heute im Originalzustand erhalten.
Seit 2007 können Gäste im Rahmen einer 16-stündigen Sonderführung im Bunker übernachten. Das Angebot ist laut Hotel quasi permanent ausgebucht. Die Gäste erwartet eine Zeitreise in das Jahr 1989 mit Programmpunkten wie gemeinsames Kochen und eine Nachtwache. Geschlafen wird in 3-stöckigen Kasernenbetten, Wasser gibt es nur kalt. Am Morgen um 7:30 Uhr werden die Gäste mit Frühsport geweckt.
Eine Mitarbeiterin betont, dass es keine ostalgischen Veranstaltungen gebe. „Unsere Gäste sind bunt gewürfelt, und wir wollen Geschichte so zeigen, wie sie tatsächlich auch war.“



