Jörg Urban bleibt AfD-Chef in Sachsen trotz Stimmverlust
Jörg Urban bleibt AfD-Chef in Sachsen trotz Stimmverlust

Jörg Urban, Spitzenkandidat der sächsischen AfD, bleibt trotz Stimmverlusten an der Spitze der Partei. Der 60-Jährige tritt betont bürgerlich auf: Anzug in gedeckten Farben, weißes Hemd, rote Krawatte. Dieses Image unterscheidet ihn von anderen AfD-Politikern wie Björn Höcke oder Tino Chrupalla. Parteinterne Kritiker bezeichnen ihn als farblos, Unterstützer hingegen als „Mann der kleinen Leute“.

Urban machte in der ersten Hälfte seines Berufslebens als Umweltaktivist Karriere. Nach dem Studium als Wasserbauingenieur arbeitete er ab 1998 als Geschäftsführer des Umweltvereins „Grüne Liga“. Damals beteiligte er sich an Demonstrationen gegen Atomtransporte und Baumfällungen – im flatternden Hemd mit afrikanischem Muster. Heute fordert die AfD unter seiner Führung die Nutzung von Kernenergie.

Urban selbst sieht keinen Widerspruch in seiner Vita. Er sei „immer noch Naturschützer“, sagt er. Die AfD setze sich kritisch mit Naturzerstörung durch erneuerbare Energien auseinander. „Artenschutz ist etwas Anderes als Klimaschutz“, so Urban. Die Grüne Liga distanziert sich jedoch von ihm. Der sächsische Verfassungsschutz stuft den Landesverband als erwiesen rechtsextremistisch ein – ein Urteil, das Urban nicht akzeptiert.

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Bei der Landtagswahl 2024 verlor die AfD in Sachsen Stimmen, blieb aber zweitstärkste Kraft. Urban selbst verteidigte seinen Posten als Landesvorsitzender. In Umfragen zur Direktwahl des Ministerpräsidenten liegt CDU-Kontrahent Michael Kretschmer vorne. Die sächsische CDU und AfD liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

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