Sonderbriefmarke: 190 Jahre Sekttradition in Sachsen gewürdigt
Sonderbriefmarke: 190 Jahre Sekttradition in Sachsen

Eine Sonderbriefmarke würdigt das Jubiläum „190 Jahre Sekttradition in Sachsen“. Die Briefmarke mit einem Portowert von 0,95 Euro wurde von Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) gemeinsam mit Kellermeistern des Staatsweingutes Schloss Wackerbarth in Radebeul vorgestellt. Bei dieser Gelegenheit durfte Klepsch im Keller an den Sektflaschen drehen – ein Vorgang, der als Rütteln bezeichnet wird und dazu dient, die bei der Gärung verbrauchte Hefe in den Flaschenhals wandern zu lassen.

Bedeutung des Weintourismus für Sachsen

Das Ministerium unterstrich mit konkreten Zahlen die wachsende Bedeutung des Weinanbaus für den Tourismus im Freistaat. Demnach generiert der Weintourismus jährlich 3,1 Millionen Übernachtungen. „Während ihres Aufenthalts in der sächsischen Weinregion geben die Weintouristen knapp 300 Millionen Euro aus“, teilte das Ministerium mit. Diese Zielgruppe sei für die sächsische Tourismusbranche besonders attraktiv, da ihre Ausgaben 11 Prozent (bei Übernachtungen) und 55 Prozent (bei Tagesgästen) über dem Durchschnitt aller Reisenden liegen.

Tourismusinitiative „So schmeckt Sachsen“

Klepsch verwies bei dem Termin auf den Masterplan Tourismus, der kreative Ideen und wettbewerbsfähige Produkte hervorbringen soll. „Im Sinne unserer Initiative ‚So schmeckt Sachsen‘ ist für uns das Thema Kulinarik von großer Bedeutung, da es Kultur- und Naturtourismus ideal verbindet. In diesem Bereich sehen wir in Sachsen noch viel Potenzial“, sagte die Ministerin. Es gehe darum, Gastronomie, Kulinarik und Tourismus stärker zu verzahnen und den Gästen einzigartige Erlebnisse zu bescheren. „Schloss Wackerbarth ist als Erlebnisweingut in diesem Bereich eines unserer Aushängeschilder und hat eine Bedeutung, die weit über den Freistaat hinausreicht.“

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Schloss Wackerbarth als internationales Aushängeschild

Mit jährlich mehr als 240.000 Gästen gehört das Staatsweingut in Radebeul laut dem „Global Wine Tourism Report 2025“ der Hochschule Geisenheim zu den meistbesuchten Weingütern der Welt. Für diese internationale Analyse des weltweiten Weintourismus hatten die Autoren mehr als 1.310 Weingüter aus 47 Ländern befragt.

Historischer Hintergrund der Sekttradition

Der Weinanbau in Sachsen kann auf eine 850 Jahre alte Tradition verweisen. Der Sekt kam später hinzu: 1836 gründeten drei Winzer in Radebeul einen „Actienverein zur Fabrikation moussierender Weine“. „Damit legten sie im Elbtal nicht nur den Grundstein für die erste Sektkellerei Sachsens, sondern auch für eine der ältesten Sektmanufakturen Europas“, teilte das Staatsweingut mit. Die Expertise für die Produktion von Sekt in Flaschengärung holten sich die sächsischen Gründer direkt aus dem Schaumweinherzen Frankreichs, aus Reims. Ihr erster Kellermeister, Johann Joseph Mouzon, war ein erfahrener Fachmann und brachte die klassische Flaschengärung aus seiner französischen Heimat nach Radebeul. Nach seinem Vorbild werden hier bis heute ausgewählte sächsische Trauben zu prickelndem Genuss veredelt.

Limitierte Auflage der Sonderbriefmarke

Wer die limitierte Sonderbriefmarke zur Sektherstellung erwerben möchte, muss eine Reise nach Radebeul unternehmen: Sie ist ausschließlich im Markt des Weinguts erhältlich. Die Edition ist auf 1.836 Marken begrenzt – eine Anspielung auf das Gründungsjahr 1836.

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