Bafög-Erhöhung: Wohnkostenpauschale kommt erst 2027
Bafög-Erhöhung: Wohnkostenpauschale erst 2027

Die geplante Erhöhung der Bafög-Wohnkostenpauschale verzögert sich um ein halbes Jahr. Statt wie ursprünglich vorgesehen zum Wintersemester 2026/27 steigt der Satz für Studierende, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, erst zum Sommersemester 2027 von 380 auf 440 Euro. Das gaben die zuständigen Fachpolitiker von Union und SPD in Berlin bekannt.

Einigung auf große Bafög-Reform

Hintergrund ist eine Einigung beider Koalitionspartner über die im Koalitionsvertrag vereinbarte umfassende Bafög-Reform. Darin hatten CDU, CSU und SPD eine Anhebung der Wohnkostenpauschale bereits zum Wintersemester 2026/27 sowie eine schrittweise Anhebung des Bafögs auf das Niveau der Grundsicherung in den Folgejahren vereinbart. Allerdings enthielt der Vertrag eine Hintertür: „Alle Maßnahmen des Koalitionsvertrages stehen unter Finanzierungsvorbehalt“, heißt es dort.

Der sogenannte Bafög-Grundbedarf für Studierende, der derzeit bei 475 Euro liegt, soll nach SPD-Angaben wie geplant in zwei Schritten auf das Grundsicherungsniveau steigen: zum Wintersemester 2027/28 auf 503 Euro und zum Sommersemester 2029 auf 563 Euro. Zudem werde eine verlässliche und transparente Regelung zur Überprüfung und Anpassung der Fördersätze eingeführt, die sich am Grundsicherungsniveau orientiert.

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Union verweist auf leere Kassen

Die Unionsseite hatte sich in den vergangenen Monaten mit Verweis auf die angespannte Finanzlage gegen Anhebungen von Sozialleistungen gestellt. Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hatte erklärt, staatliche Leistungen wie Bürgergeld, Wohngeld, Elterngeld oder Bafög ließen sich absehbar nicht erhöhen.

„Nach intensiven Verhandlungen ist es der Koalition gemeinsam gelungen, alle bereits vereinbarten Leistungsverbesserungen in voller Höhe zu sichern“, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Wiebke Esdar. Der SPD-Forschungspolitiker Oliver Kaczmarek ergänzte: „Für Studierende bedeutet die Reform mehr Geld, mehr Verlässlichkeit, weniger Bürokratie. Damit stärken wir das Vertrauen in das Bafög als verlässliche Studienfinanzierung.“

Die stellvertretende Unionsfraktionschefin Inge Gräßle (CDU) betonte ebenfalls die intensiven Verhandlungen. „Allen ist jetzt klar, dass der weitere Ausbau staatlicher Leistungen nicht losgelöst von der gesamtwirtschaftlichen Lage erfolgen kann. Es ist eine gemeinsame Aufgabe dieser Regierungskoalition, wieder für Wirtschaftswachstum zu sorgen“, sagte sie.

Bafög-Empfängerzahlen auf Tiefststand

Laut Statistischem Bundesamt gab es 2024 rund 612.800 Bafög-Empfänger – der niedrigste Stand seit dem Jahr 2000. Darunter waren 483.800 Studierende und 129.000 Schüler. Insgesamt sind in Deutschland rund 2,9 Millionen Menschen immatrikuliert, die Schülerzahl beträgt etwa 11,5 Millionen.

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