EU-Parlament billigt Chatkontrolle: Scan-Erlaubnis für Missbrauchsbekämpfung
EU-Parlament billigt Chatkontrolle: Scan-Erlaubnis

Das EU-Parlament hat in einer chaotischen Abstimmung überraschend den Weg für die sogenannte Chatkontrolle geebnet. Unternehmen wie WhatsApp, Microsoft, Google und andere könnten bald wieder befristet private Chats nach Hinweisen auf sexuellen Kindesmissbrauch durchsuchen dürfen. Die Abgeordneten billigten grundsätzlich eine Ausnahme von europäischen Datenschutzregeln, verlangten jedoch Änderungen am Vorschlag der EU-Kommission. Damit kann das Gesetzgebungsverfahren fortgesetzt werden.

Hintergrund der Abstimmung

Die Debatte um die Chatkontrolle hatte zuvor für erhebliche Kontroversen gesorgt. Kritiker befürchten einen massiven Eingriff in die Privatsphäre und eine Aushöhlung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Befürworter hingegen argumentieren, dass der Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch höchste Priorität habe. Die nun gebilligte befristete Ausnahme soll es ermöglichen, verdächtige Inhalte zu identifizieren, ohne die Verschlüsselung grundsätzlich zu umgehen.

Details des Beschlusses

Das EU-Parlament stimmte für eine zeitlich begrenzte Erlaubnis, die jedoch an strenge Auflagen geknüpft ist. So müssen die Unternehmen unter anderem sicherstellen, dass die Scans nur auf bestimmte, klar definierte Inhalte abzielen und keine allgemeine Überwachung stattfindet. Zudem soll eine unabhängige Aufsicht die Einhaltung der Regeln kontrollieren. Die Abgeordneten forderten darüber hinaus eine stärkere Beteiligung der nationalen Datenschutzbehörden.

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Reaktionen und Ausblick

Die Entscheidung stieß auf gemischte Reaktionen. Während Kinderschutzorganisationen die Entwicklung begrüßten, warnten Datenschützer vor einem „gefährlichen Präzedenzfall“. Laut dpa hieß es aus Parlamentskreisen, die Abstimmung sei „chaotisch“ verlaufen, da mehrere Änderungsanträge eingebracht worden seien. Nun muss der Rat der EU-Mitgliedstaaten seine Position festlegen, bevor die endgültige Verordnung verabschiedet werden kann. Der Prozess könnte sich noch Monate hinziehen.

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