Extremisten zielen gezielt auf Jugendliche im Netz: Verfassungsschutz schlägt Alarm
Extremisten zielen gezielt auf Jugendliche im Netz

Berliner Verfassungsschutz warnt vor zunehmender Radikalisierung junger Menschen

Die Hauptstadt verzeichnet einen alarmierenden Anstieg extremistischer Aktivitäten, die sich gezielt an Jugendliche richten. Wie der aktuelle Jahresbericht des Berliner Verfassungsschutzes für 2025 zeigt, nutzen Rechtsextremisten, Islamisten und Linksextremisten verstärkt soziale Medien, um junge Menschen zu ködern und zu radikalisieren. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bezeichnete die Entwicklung als „besorgniserregend“.

Rechtsextremismus: Eine neue Jugendkultur entsteht

Erstmals führt der Bericht den Begriff „Gewaltorientierte rechtsextremistische Netzkulturen“ auf. Diese Szene tritt zunehmend aggressiver auf und hat eine eigene digitale Jugendkultur entwickelt. Über Plattformen wie Instagram, Telegram, TikTok, YouTube und Facebook verbreiten sie rassistische, NS-verherrlichende und queerfeindliche Inhalte in jugendaffiner Form – von Memes über Reels bis hin zu Musik. Das rechtsextremistische Personenpotenzial in Berlin stieg auf 1.480 (Vorjahr: 1.450).

Linksextremismus: Gewaltbereitschaft wächst

Im linksextremistischen Spektrum beobachtet der Verfassungsschutz eine zunehmende Gewaltbereitschaft, insbesondere im Kontext der Umweltpolitik. Unabhängige Kleingruppen propagieren und üben Gewalt aus, vor allem gegen staatliche Einrichtungen und kritische Infrastruktur. Ein Brandanschlag im September 2025 auf den Technologiestandort Adlershof verursachte einen tagelangen Stromausfall für Zehntausende. Die Ideologie des „Öko-Anarchismus“ treibt die Radikalisierung voran. Das Personenpotenzial stieg auf 3.950 (2024: 3.800).

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Islamismus: Professionelle Internetpropaganda

Die islamistische Szene in Berlin zählt rund 2.590 Personen (2024: 2.440). Internationale Terrororganisationen und salafistische Prediger haben ihre Online-Aktivitäten professionalisiert. Die Propaganda erreicht über soziale Medien immer mehr junge Menschen und gilt als zentraler Radikalisierungstreiber.

Israel-feindliche Szene: Hass im Netz

Eine weitere Gruppe sind extremistische Israel-Gegner, die das Existenzrecht Israels leugnen und die Hamas verherrlichen. Sie fluten soziale Medien mit ihren Narrativen, um ein verzerrtes Bild des Nahost-Konflikts zu zeichnen. Gruppen wie das „Vereinigte Palästinensische Nationalkomitee“ oder „Young Struggle“ werden mit rund 600 Mitgliedern der Szene zugerechnet.

Spionage und Sabotage: Gefahr von außen

Neben dem Extremismus sieht der Verfassungsschutz ein hohes Gefährdungspotenzial durch Spionage- und Sabotageaktivitäten aus Russland, China, Iran und der Türkei. Dazu zählen Cyberangriffe, Desinformationskampagnen und Sabotagehandlungen.

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