Obdachloser Manni am Helmholtzplatz: „Die können mich nicht verjagen“
Manni am Helmholtzplatz: „Die können mich nicht verjagen“

Manni lebt seit fast zehn Jahren auf dem Helmholtzplatz in Berlin-Pankow. Sein Schlafplatz besteht aus einer Parkbank, einer Isomatte, Schlafsäcken und Decken. Er hat sich eine überdachte Ecke eingerichtet, in einem Obstbaum hängen seine Habseligkeiten in Stoffbeuteln. Für Manni ist der Platz sein Zuhause, und er fühlt sich dort wohl. „Hier komme ich runter“, sagt er. Viele Anwohner unterstützen ihn, bringen ihm Essen oder zeigen sich freundlich. Doch es gibt auch Kritiker, die sich durch Lärm und Müll gestört fühlen.

Konflikte mit Anwohnern

Ein Anwohner, der anonym bleiben möchte, berichtet von alkoholisierten und aggressiven Obdachlosen. Er habe Angst, Manni anzusprechen, und kritisiert, dass der Schlafplatz weitere Obdachlose anziehe. „Es gibt eine Bedrohungslage“, sagt er. Der Bezirk Pankow bestätigt, dass in den letzten zwölf Monaten 105 Meldungen über illegales Campieren und 28 über Müllablagerungen eingingen. Dennoch sieht die Polizei keine erhöhte Gefahr. „Eine erhöhte Gefahrenlage, insbesondere durch Obdachlose hervorgerufen, ist nicht erkennbar“, heißt es.

Mannis Perspektive

Manni selbst sieht die Situation gelassen. „In einem Nadelhaufen gibt es immer zwei, drei Nadeln, die unzufrieden sind“, sagt er. Er räume stets auf und sei nicht nur am Herumlungern. „Ich werde für den Ärger anderer verantwortlich gemacht“, kritisiert er. Dabei wünscht er sich nichts sehnlicher als eine eigene Wohnung. „Damit Obdachlosigkeit aufhört“, sagt Manni. Das Recht auf Wohnen ist im UN-Sozialpakt verankert.

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Hilfsangebote und Räumungen

Der Bezirk bietet Unterstützung an, doch Manni lehnt Obdachlosenheime ab. „Ich lebe alleine besser als im Wohnheim“, sagt er. Sozialwissenschaftler Dr. Stefan Schneider kritisiert, dass die Politik nur Notunterkünfte anbiete, aber keine dauerhaften Lösungen. Räumungen seines Schlafplatzes seien „gewaltsame, traumatisierende Vorgänge“. Manni bleibt trotzdem: „Die können mich nicht verjagen, und das wissen sie auch.“

Eine Anwohnerin namens Laura verteidigt Manni und betont, dass viele Anwohner ihn schätzen. Sie wünscht sich ein besseres Miteinander. „Es ist bereichernd“, sagt sie. Auch andere Anwohner zeigen Solidarität. Der Bezirk hat eine Arbeitsgruppe zur Obdachlosigkeit eingerichtet, um Lösungen zu finden. Bis dahin bleibt Manni am Helmholtzplatz – und lässt sich nicht vertreiben.

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