Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will das Elterngeld reformieren, um Haushaltsmittel einzusparen und gleichzeitig die Väterbeteiligung zu erhöhen. Künftig sollen Eltern die maximale Bezugsdauer von 14 Monaten nur dann erhalten, wenn sie die Erziehungszeit zu gleichen Teilen aufteilen. Bisher können Eltern zwölf Monate Basiselterngeld plus zwei Partnermonate beziehen, die oft von der Mutter genutzt werden.
Neue Regelung: 12 Monate Basis plus 2 Partnermonate nur bei paritätischer Aufteilung
Nach den Plänen Priens soll das Elterngeld auf zwölf Monate Basiselterngeld und zwei zusätzliche Partnermonate begrenzt werden – jedoch nur, wenn beide Partner mindestens zwei Monate Elterngeld beziehen. Werden die Monate nicht gleichmäßig aufgeteilt, sinkt die maximale Bezugsdauer auf zwölf Monate. Damit will die Ministerin Anreize für eine gleichberechtigte Aufteilung der Familienarbeit schaffen und gleichzeitig die Ausgaben des Bundes senken. Nach Informationen des Bundesfamilienministeriums beliefen sich die Elterngeldausgaben im Jahr 2025 auf rund 8,5 Milliarden Euro. Durch die Reform sollen jährlich etwa 500 Millionen Euro eingespart werden.
Väter sollen stärker eingebunden werden
„Wir wollen, dass Väter mehr Verantwortung in der Familie übernehmen und die Erziehungszeiten gerechter verteilt werden“, sagte Prien bei der Vorstellung des Konzepts. „Gleichzeitig müssen wir angesichts der Haushaltslage sparen. Die Reform setzt genau da an: Wer die volle Förderung will, muss die Monate fair aufteilen.“ Kritik kommt von Familienverbänden und der Opposition. Der Deutsche Familienverband warnte vor einer Benachteiligung von Alleinerziehenden und Familien, in denen ein Partner aus beruflichen Gründen nur kurzzeitig Elternzeit nehmen kann. Die SPD-Familienpolitikerin Leni Breymaier kritisierte: „Statt zu sparen, müsste die Regierung in bessere Kinderbetreuung investieren. Die Reform bestraft Familien, die sich die Aufteilung nicht leisten können.“
Auswirkungen auf Familien und Haushalt
Nach Berechnungen des Ministeriums würden von der Neuregelung etwa 60 Prozent der Elternpaare betroffen sein, da sie die bisherige Aufteilung nicht paritätisch gestalten. Für Alleinerziehende soll es Ausnahmeregelungen geben: Sie können weiterhin 14 Monate beziehen, wenn sie die Erziehung allein übernehmen. Die Reform soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Das Kabinett soll den Gesetzentwurf im Herbst 2026 beschließen. Prien betonte, dass die Maßnahme notwendig sei, um die langfristige Finanzierbarkeit des Elterngeldes zu sichern. „Wir müssen Prioritäten setzen. Die Förderung von Familien ist wichtig, aber sie muss nachhaltig sein“, so die Ministerin.



