Die Armut im Saarland hat laut einem aktuellen Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands erneut zugenommen. Demnach stieg der Anteil der von Armut betroffenen Menschen von 2024 auf 2025 um 0,2 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent der Bevölkerung. Damit liegt das Saarland zwar weiterhin knapp unter dem Bundesdurchschnitt, doch von Entwarnung könne keine Rede sein, so der Verband. Fast jede sechste Person im Saarland sei von Armut betroffen, was einen klaren sozialpolitischen Auftrag darstelle.
Bundesweite Armutsquote auf Höchststand
Bundesweit leben laut dem Bericht 13,3 Millionen Menschen in Armut, die Armutsquote liegt bei 16,1 Prozent – ein Höchststand seit 2020. Diese Zahlen hatte das Statistische Bundesamt bereits im Februar veröffentlicht. Als armutsgefährdet gelten Menschen, denen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung stehen. Bei Alleinlebenden lag diese Grenze zuletzt bei netto 1.446 Euro im Monat, für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3.036 Euro.
Besonders betroffen: Ältere, Alleinlebende und Alleinerziehende
Besonders stark von Armut betroffen sind bundesweit ältere Menschen, Alleinlebende und Alleinerziehende. Bei Menschen ab 65 Jahren liegt die Armutsquote bei 19,5 Prozent, bei Alleinlebenden bei 30,3 Prozent und bei Alleinerziehenden bei 28,9 Prozent. Diese Gruppen sind besonders gefährdet, in die Armut abzurutschen oder dauerhaft in ihr zu verharren.
Paritätischer warnt vor Kürzungen sozialer Leistungen
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Rheinland-Pfalz/Saarland warnt daher eindringlich vor Einschnitten bei sozialen Leistungen. Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungs- und Wohnkosten brauche es mehr soziale Sicherheit, nicht weniger. Der Verband fordert die saarländische Landesregierung auf, sich konsequent für armutsfeste Sozialleistungen, bessere Erwerbseinkommen, bezahlbares Wohnen und eine verlässliche soziale Infrastruktur einzusetzen – sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene.
„Wer soziale Leistungen kürzt, verschärft Armut und gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte Thomas Umsonst, stellvertretender Landesgeschäftsführer des Paritätischen Rheinland-Pfalz/Saarland. „Notwendig sind armutsfeste Sozialleistungen, bessere Erwerbseinkommen, bezahlbares Wohnen und eine verlässliche soziale Infrastruktur.“



