Soziale Kürzungen bedrohen Sachsens Zukunft: Wohlfahrtsverbände warnen
Soziale Kürzungen gefährden Sachsens Zukunft

Wohlfahrtsverbände fordern Reformen und warnen vor sozialen Kürzungen

Radebeul (dpa/sn) – Die Liga der Freien Wohlfahrtsverbände in Sachsen hat angesichts der bevorstehenden Haushaltsverhandlungen dringende Reformen angemahnt. Im Mittelpunkt stehen der Abbau von Bürokratie, verlässlichere Förderstrukturen und eine stärkere Einbindung der Praktiker in politische Entscheidungen. Dies teilte die Liga in Radebeul mit.

„Wir erleben vielerorts, dass wertvolle Ressourcen in komplizierten Verfahren und kurzfristigen Projektlogiken gebunden werden“, kritisierte Liga-Chef Dietrich Bauer. Er betonte, dass gerade in Zeiten großer finanzieller und gesellschaftlicher Herausforderungen ein enger Schulterschluss zwischen Politik, Kommunen und der freien Wohlfahrtspflege notwendig sei.

Bauer forderte einen Doppelhaushalt, der finanzielle Verantwortung mit sozialer und wirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit verbindet. Die aktuellen Herausforderungen ließen sich nicht allein durch eine reine Sparlogik bewältigen. „Wer den Freistaat wirtschaftlich stark halten will, muss gleichzeitig in soziale Stabilität, Fachkräftesicherung und funktionierende Daseinsvorsorge investieren“, argumentierte er.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Investitionen in soziale Infrastruktur sind unverzichtbar

Die Liga begrüßt ausdrücklich die angekündigte, zeitlich begrenzte Kreditaufnahme von rund 1,4 Milliarden Euro für die Jahre 2027 und 2028. „Verlässliche Kitas, funktionierende Hilfesysteme, Pflegeangebote oder Beratungsstellen schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Menschen arbeiten, Familien entlastet werden und Regionen attraktiv bleiben“, so Bauer weiter.

Kürzungen im sozialen Bereich hätten langfristige Folgen – auch wirtschaftlich. „Gerade in Zeiten knapper Kassen kommt es darauf an, bewährte Strukturen zu sichern und ihre Erosion zu verhindern“, betonte Bauer. „Es hilft niemandem, neue Programme aufzulegen, während bestehende Angebote vor Ort wegbrechen.“

Die Wohlfahrtsverbände appellieren daher an die Politik, bei den Haushaltsverhandlungen die soziale Stabilität nicht zu gefährden und in die Zukunftsfähigkeit Sachsens zu investieren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration