Themis: Erschreckend viele sexuelle Übergriffe in Kultur und Medien
Themis: Sexuelle Übergriffe in Kultur und Medien

Die Themis-Vertrauensstelle für die Kultur- und Medienbranche hat neue Zahlen veröffentlicht, die ein alarmierendes Bild zeichnen. Im vergangenen Jahr führte das Team über 600 Beratungsgespräche, darunter 105 Erstkontakte. Von diesen gaben 55 Personen körperliche sexuelle Belästigungen an, 13 berichteten von Vergewaltigungen. Die restlichen Fälle umfassten verbale, nonverbale oder digitale Belästigungen.

Frauen sind die Hauptbetroffenen

Mit 70 Prozent waren mehrheitlich Frauen von den Übergriffen betroffen. In über 80 Prozent der Fälle gingen die Angriffe von Männern aus. Die Mehrheit der Belästigungen wurde von Vorgesetzten oder höhergestellten Personen verübt. Im Jahr 2024 waren es 44 Erstberatene, die sexuelle Belästigung erlebten, 17 hatten Vergewaltigungen erlitten und 68 verbale oder nonverbale Übergriffe.

Steigender Beratungsbedarf

Die Präsidentin der Themis Vertrauensstelle, Martina Zöllner, kommentierte: „Das Ausmaß sexueller Belästigung und Gewalt im Kultur- und Medienbereich ist nach wie vor erschreckend.“ Die hohe Zahl an Gesprächen zeige jedoch, dass die Themis in den betreuten Branchen Vertrauen genieße. Seit Januar 2025 wurden bereits 184 Beratungen durchgeführt, davon 42 Erstkontakte. 20 dieser Personen meldeten körperliche Übergriffe.

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Mehr Beschwerden nach AGG

Maren Lansink, geschäftsführende Vorständin, betont: „Am Anfang gab es kaum jemanden, der es wagte, sich mit einer Beschwerde an den Arbeitgeber zu wenden. Inzwischen trauen sich Beschäftigte öfter, eine Beschwerde nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz einzureichen.“ Zöllner ergänzt: „Es scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass wirkliche Veränderungen nur eintreten, wenn die Kultur des Schweigens durchbrochen wird.“

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