Japan reagiert auf eine steigende Zahl von Bärenangriffen mit einem großangelegten Überwachungsprojekt. Seit dem 1. April 2026 wurden mindestens fünf Todesfälle durch Bärenattacken registriert. Das japanische Umweltministerium hat angekündigt, mehr als 800 Überwachungskameras in den Bergen zu installieren, um die Tiere besser zu beobachten und Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
Überwachung mit Honigködern
Zunächst sollen sechs große Bärenpopulationen in der nördlichen Region Tohoku überwacht werden. In den kommenden vier Jahren ist geplant, das Monitoring auf das gesamte Land auszuweiten. Um die Bären in die Kamerafallen zu locken, werden Gefäße mit Honig an den Kameras befestigt. Wenn sich die Bären auf die Hinterbeine stellen, um an den Honig zu gelangen, können sie anhand der weißen Fellfärbung auf der Brust identifiziert werden – diese ist bei jedem Kragenbären einzigartig.
Yu Takahashi, Beamter im Umweltministerium, erklärte: „Bisher haben die einzelnen Regionen die Überwachung zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichen Methoden durchgeführt. Unser Plan ist es, eine genauere Erhebung vorzunehmen, indem wir uns auf bestimmte Populationen konzentrieren.“
Zunehmende Gefahr in besiedelten Gebieten
In Japan leben zwei Bärenarten: der Asiatische Schwarzbär, auch Kragenbär genannt, und der größere Braunbär. Fachleute führen die Zunahme der Angriffe auf eine schnell wachsende Bärenpopulation, die intensive Nahrungssuche und die zunehmende Entvölkerung ländlicher Gebiete zurück. Die japanischen Medien berichten täglich über Bärensichtungen in Einkaufszentren, Parks und Schulen. Besonders in der Region Tohoku leben die Menschen in Angst vor den Tieren.
Präventionsmaßnahmen für die Bevölkerung
Die Behörden raten in den betroffenen Gebieten zu Vorsichtsmaßnahmen: Man solle nicht allein in die Berge gehen, beim Wandern ein Glöckchen am Rucksack befestigen und Bären-Abwehrspray mitnehmen. Die Stadt Hachioji außerhalb von Tokio hat 700 Abwehrsprays für Schulen und andere Einrichtungen angeschafft.
Das Umweltministerium hofft, durch die systematische Überwachung wirksame Schutzmaßnahmen entwickeln zu können, um sowohl Menschen als auch Bären zu schützen.



