In Berlin-Charlottenburg ist es am Spreebord zu einer Eskalation im Zusammenhang mit geplanten Baumfällungen gekommen. Zehn gesunde Kastanienbäume sollten für Baucontainer an einem Heizkraftwerk weichen. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf rief daraufhin die Polizei, wie die Berliner Morgenpost berichtet.
Hintergrund der Baumfällung
Die Bäume standen auf einem Grundstück am Spreebord, das für die Baustelle des Heizkraftwerks benötigt wird. Die Arbeiten begannen am Morgen des 2. Juli 2026. Anwohner und Umweltschützer protestierten gegen die Fällung, da die Bäume gesund und ökologisch wertvoll seien. Der Bezirk hatte zuvor eine Genehmigung erteilt, die jedoch von Kritikern als rechtswidrig angesehen wurde.
Einschreiten der Polizei
Als die Arbeiten begannen, eskalierte die Situation. Der Bezirk entschied sich, die Polizei zu rufen, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. „Wir mussten die Polizei einschalten, weil die Lage außer Kontrolle zu geraten drohte“, sagte ein Sprecher des Bezirks. Die Polizei traf mit mehreren Streifenwagen ein und sicherte die Baustelle. Es kam zu keinen Festnahmen, aber die Stimmung war angespannt.
Reaktionen und Ausblick
Umweltschutzorganisationen kritisierten das Vorgehen scharf. „Es ist ein Skandal, dass gesunde Bäume für ein Bauprojekt gefällt werden, obwohl Alternativen möglich gewesen wären“, erklärte ein Sprecher des Berliner Baumschutzbundes. Der Bezirk verteidigte die Maßnahme: „Die Bäume müssen weichen, weil die Baucontainer zwingend benötigt werden. Eine Verschiebung der Container wäre nicht möglich gewesen.“ Die Fällarbeiten wurden nach dem Polizeieinsatz fortgesetzt. Insgesamt sollen zehn Kastanienbäume gefällt werden. Ein Baumschutzgutachten hatte zuvor ergeben, dass die Bäume gesund und erhaltenswert seien. Der Bezirk plant nun, an anderer Stelle Ersatzpflanzungen vorzunehmen.



