Das Passivhaus in Berlin-Kreuzberg, das 2012 nach Protesten und einem Brandanschlag eröffnet wurde, hat sich als ökologisches Vorzeigeprojekt etabliert. Das Gebäude ist so konzipiert, dass es nahezu keine Heizkosten verursacht und Grauwasser wiederverwendet wird. Unterstützt von einer Schweizer Stiftung, wird das Haus ohne Gewinnabsicht betrieben und bietet soziale Mieten.
Proteste und Anschläge zum Start
Als die ersten Mieter einzogen, gab es heftige Proteste aus der Nachbarschaft. Das Haus wurde als „Luxusbunker“ beschimpft und mit Farbbeuteln beworfen. Die Eingangstür ist bis heute beschädigt – die Bewohner haben sie als Erinnerung an die Auseinandersetzungen so belassen. „Dabei haben wir nichts weiter verdrängt als ein paar Garagen“, sagt der Architekt.
Futuristische Wohnkapseln auf dem Dach
Auf dem Dach des Passivhauses stehen sogenannte „Weltraumkapseln“ – futuristische Wohnkapseln, die über Airbnb vermietet werden. Sie bieten einen ungewöhnlichen Wohnraum und sind Teil des nachhaltigen Konzepts. Das Gebäude verfügt zudem über weitere Extras wie eine Grauwasseranlage und eine hochgedämmte Hülle.
Ökologische Bauweise ohne Profit
Das Haus wurde nach Passivhausstandard errichtet, was den Energieverbrauch drastisch senkt. Die Wärmerückgewinnung und die Solaranlage tragen dazu bei, dass die Heizkosten nahezu Null betragen. Das Projekt wird von einer Schweizer Stiftung getragen, die auf Rendite verzichtet. Stattdessen fließen die Einnahmen in den Erhalt des Hauses und in soziale Zwecke.
Ein Vorbild für nachhaltiges Wohnen
Trotz der anfänglichen Widerstände hat sich das Passivhaus zu einem Symbol für ökologisches und soziales Wohnen entwickelt. Es zeigt, dass nachhaltige Architektur auch in einem urbanen Umfeld wie Berlin-Kreuzberg möglich ist – ohne Kompromisse bei der Lebensqualität und mit einem klaren Fokus auf Gemeinwohl.



