Das schleswig-holsteinische Umweltministerium hat am Abend die Sichtung eines Buckelwals am Ausgang der Kieler Förde bestätigt. Das Tier sei vermutlich dasselbe, das zuvor in Schottland und Dänemark beobachtet wurde, hieß es in einer Mitteilung. „Der Wal bewegte sich nach einem kurzen Aufenthalt in flacheren Gewässern zuletzt wieder langsam in Richtung offener See“, so das Ministerium.
Hintergrund der Sichtung
Die Sichtung erfolgte wenige Wochen nach dem Tod des Buckelwals „Timmy“, der im Frühjahr vor der deutschen Ostseeküste umherirrte und mehrfach strandete. Sein Kadaver wurde Anfang Mai vor der dänischen Insel Anholt entdeckt. Ob es sich bei dem aktuellen Wal um dasselbe Tier handelt, das am Donnerstag bei Heiligenhafen gesichtet wurde, blieb zunächst unklar. Eine Sprecherin des Ministeriums betonte, dass nur die Sichtung an der Kieler Förde bestätigt sei.
Verhaltenshinweise für die Bevölkerung
Das Umweltministerium bat die Bürger, bei Wal-Sichtungen Abstand zu halten und mögliche Strandungen den Behörden zu melden. Schiffs- und Bootsverkehr in der Nähe der Tiere stelle „einen erheblichen Stressfaktor“ dar. Daher sehe das Ministerium auch „von einer engeren Begleitung des Tieres ab“. Wandernde Großwale tauchten natürlicherweise in der Ostsee auf und hielten sich dort für unterschiedlich lange Zeiträume auf. Da sich der Wal „aktiv im freien Wasser“ bewege, seien zunächst keine weiteren Schritte nötig.
Meldekette für Notfälle
Um im Falle einer Strandung schnell reagieren zu können, habe das Land eine Meldekette etabliert, erklärte die Sprecherin. „Bei einer möglichen erneuten Strandung werden wir uns schnell mit wissenschaftlichen Expertinnen und Experten, der Polizei und möglichen weiteren beteiligten Behörden abstimmen.“
Erinnerung an „Timmy“
Im Frühjahr hatte das Schicksal des Buckelwals „Timmy“ die Öffentlichkeit bewegt. Das Tier wurde erstmals Anfang März im Hafen von Wismar gesichtet und irrte wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umher, wobei es mehrfach strandete. Trotz Rettungsversuchen wurde sein Kadaver Anfang Mai vor der dänischen Insel Anholt gefunden. Der aktuelle Wal scheint sich hingegen eigenständig in Richtung offene See zu bewegen, was Hoffnung auf einen positiven Ausgang gibt.



