Kuba: Dritter Blackout binnen Tagen – Stromnetz zusammengebrochen
Dritter Blackout in Kuba binnen Tagen

Landesweiter Stromausfall in Kuba: Dritter Blackout binnen einer Woche

In Kuba ist es erneut zu einem landesweiten Stromausfall gekommen. Wie das staatliche Elektrizitätsunternehmen UNE mitteilte, brach die Stromversorgung am Dienstag um 11.05 Uhr Ortszeit (17.05 Uhr MESZ) vollständig zusammen. Es ist der dritte derartige Blackout innerhalb von gut einer Woche und der fünfte seit Jahresbeginn. Die Behörden des kommunistisch geführten Karibikstaats nannten zunächst keine Ursache für den Ausfall.

Wiederholte Blackouts: Infrastruktur und Treibstoffmangel als Ursachen

Bereits in der vergangenen Woche war es zweimal zu einem kompletten Netzzusammenbruch gekommen. Damals dauerte es jeweils mehr als 24 Stunden, bis die Elektrizität wieder zur Verfügung stand. Die kubanische Stromversorgung leidet unter veralteter Technik und chronischem Treibstoffmangel. Hinzu kommt eine von US-Präsident Donald Trump im Januar verhängte Ölblockade gegen den Inselstaat. Diese führte dazu, dass der langjährige Verbündete Venezuela seine Öllieferungen nach Kuba einstellte, was die Wirtschaftskrise weiter verschärfte.

Politische Hintergründe: US-Druck und kubanische Reformen

Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba sind seit der kubanischen Revolution von 1959 angespannt. Mit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit hat sich die Lage nochmals zugespitzt. Die US-Regierung erhöht seit Monaten den Druck, um einen wirtschaftlichen und politischen Wandel in Kuba zu erzwingen. Trump brachte dabei mehrfach eine Übernahme Kubas ins Spiel. Auch Außenminister Marco Rubio, Sohn kubanischer Einwanderer, hofft seit langem auf einen Machtwechsel in Havanna.

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Wirtschaftsliberalisierung als Reaktion auf die Krise

Angesichts des enormen Drucks aus Washington hat die kubanische Regierung zuletzt weitere Schritte zur Liberalisierung der Wirtschaft angekündigt. Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte in einer Fernsehansprache, dass weitere Wirtschaftssektoren für Privatunternehmen geöffnet und das Genehmigungsverfahren für Neugründungen gestrafft werden sollen. Die Reformen würden „bald diskutiert und sehr zügig verabschiedet werden“. Bereits 2021 waren in Kuba private Unternehmen zugelassen worden, die bis zu 100 Personen beschäftigen dürfen. Seither sind sie zu einem zunehmend wichtigen Bestandteil der kubanischen Wirtschaft geworden.

Auswirkungen auf die Bevölkerung

Die wiederholten Blackouts treffen die kubanische Bevölkerung hart. Viele Menschen sind auf eine zuverlässige Stromversorgung angewiesen, um Lebensmittel zu kühlen, Wasser zu pumpen oder medizinische Geräte zu betreiben. Die Regierung steht unter Druck, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, doch die Kombination aus veralteter Infrastruktur, Treibstoffmangel und US-Sanktionen macht dies zunehmend schwierig. Beobachter rechnen damit, dass die Stromausfälle in den kommenden Wochen anhalten könnten.

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