Das Sportamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat mehrere Sportanlagen in Berlin vorübergehend geschlossen, nachdem sich der Eichenprozessionsspinner dort massiv ausgebreitet hat. Die Schließungen gelten bis zum 18. Juni 2026, um die Bevölkerung vor den gesundheitlichen Gefahren durch die Brennhaare der Raupen zu schützen.
Betroffene Sportanlagen im Überblick
Folgende Anlagen sind von der Schließung betroffen:
- Wally-Wittmann-Sportanlage, Waldschulallee 34-45, 14055 Berlin
- Hans-Rosenthal-Sportanlage, Kühler Weg 12, 14055 Berlin
- Julius-Hirsch-Sportanlage, Harbigstraße 40, 14055 Berlin
- Tennisplätze Harbigstraße, Harbigstraße 34, 14055 Berlin
- Mommsenstadion mit der angrenzenden Rollsportfläche
Bereits seit dem 29. Mai ist die Sportanlage Jungfernheide, Jungfernheideweg 70, 13629 Berlin, bis voraussichtlich 14. Juni 2026 geschlossen. Auch im Volkspark Jungfernheide haben sich die Raupen stark ausgebreitet, was zu erheblichen Beeinträchtigungen für Besucher und Anwohner führt.
Gesundheitsrisiken durch Eichenprozessionsspinner
Die winzigen Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können schwere allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen. Mit jedem Kontakt kann die Empfindlichkeit zunehmen. Das Umweltbundesamt rät dringend, betroffene Gebiete mit befallenen Bäumen zu meiden.
Verwechslungsgefahr mit Gespinstmotten
Spinnennetzartige Gespinste an Sträuchern und Bäumen werden oft fälschlich dem Eichenprozessionsspinner zugeschrieben. Meist handelt es sich jedoch um Gespinstmotten, von denen keine Gesundheitsgefahr ausgeht. Im Inneren der Gespinste finden sich weißliche, nahezu haarlose Raupen mit schwarzen Flecken. Anders als der Eichenprozessionsspinner, der fast ausschließlich Eichen befällt, nutzen Gespinstmotten viele Baum- und Straucharten. Die Nester der Prozessionsspinner sind kompakter und hängen vorwiegend am Stamm oder in Astgabeln.
Klimawandel begünstigt Ausbreitung
Der Eichenprozessionsspinner stammt ursprünglich aus Südosteuropa. Noch vor wenigen Jahrzehnten war er in Deutschland eine Seltenheit. Inzwischen kommt es immer häufiger zu Massenvermehrungen des Nachtfalters. Laut Umweltbundesamt ist „im Zuge des Klimawandels und den damit verbundenen wärmeren Frühjahrsmonaten eine Ausweitung der Befallsgebiete zu erwarten“. Die Behörden bleiben wachsam und empfehlen, bei Sichtung der Raupen oder ihrer Nester die zuständigen Stellen zu informieren.



