Vor der kroatischen Küste ist erneut ein seltener Entenschnabelrochen gesichtet worden. Das vom Aussterben bedrohte Meerestier, auch Gestreifter Adlerrochen genannt, wurde Anfang Juli in der Valkane-Bucht bei Pula von einem Hobbytaucher entdeckt. Der Taucher hatte keine Kamera dabei, meldete die Sichtung jedoch umgehend dem Aquarium Pula, das die Begegnung auf Facebook teilte.
Details zur Sichtung
Nach Angaben des Tauchers war der Rochen rund 1,5 Meter breit und hielt sich in einer Tiefe von vier bis zehn Metern auf. Etwa zehn Minuten lang beobachtete der Taucher, wie der Rochen den Meeresboden nach Muscheln und Krebstieren absuchte. Dabei wirbelte er Sand und kleine Tiere auf, was rund 40 Fische anlockte, die die aufgewirbelte Beute fraßen.
Zunehmende Sichtungen in der Adria
Diese Sichtung reiht sich in eine Entwicklung ein, die Forscher seit Jahren beobachten. Im Meeresschutzgebiet Miramare im Golf von Triest (Italien) wurden zuletzt immer häufiger größere Gruppen der Tiere entdeckt. Erst kürzlich zählten Meeresbiologen dort erstmals mehr als 50 Adlerrochen auf einmal – ein Rekord für das Gebiet.
Gründe für die Rückkehr
Warum die Gestreiften Adlerrochen derzeit häufiger zu sehen sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Eine Vermutung ist, dass Muschelzuchten reichlich Nahrung bieten. Zudem könnten die geschützten Bereiche zur Fortpflanzung genutzt werden. Um die Muschelbestände zu schützen, werden im Golf von Triest magnetische Systeme getestet, die die Rochen fernhalten sollen, ohne ihnen zu schaden.
Einfluss von Fischerei und Klimawandel
Auch strengere Regeln für den Fischfang könnten eine Rolle spielen. Gleichzeitig verändern steigende Wassertemperaturen und verschobene Nahrungsketten das Ökosystem der Adria, was sich auf Leben und Fortpflanzung der Adlerrochen auswirkt. Die nördliche Adria gilt inzwischen als besonders wichtiger Lebensraum für Haie und Rochen und wurde 2023 als internationales Schutzgebiet anerkannt.
Bedrohung bleibt bestehen
Trotz der erfreulichen Sichtungen bleibt der Entenschnabelrochen stark bedroht. Hauptgründe sind Überfischung und Beifang. Die Art steht auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet.



