Nach den zwei schweren Erdbeben in Venezuela Ende Juni sind Hunderte Haustiere aus den Trümmern gerettet worden. Nun suchen Helfer fieberhaft nach den Besitzern der Tiere. In La Guaira, einem der am stärksten betroffenen Bundesstaaten, wurde eine Tiernotunterkunft eingerichtet.
Doppelerdbeben erschüttert Venezuela
Am 24. Juni trafen zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 das südamerikanische Land. Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt inzwischen bei über 5000, mehr als 16.740 Menschen wurden verletzt. Knapp 18.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren. Hunderte Gebäude wurden beschädigt oder zerstört. Die venezolanischen Behörden machen keine Angaben zur Zahl der Vermissten; die Vereinten Nationen schätzen sie auf bis zu 50.000.
Tiernotunterkunft in La Guaira
In La Guaira haben Helfer mit Unterstützung der venezolanischen Regierung eine Tiernotunterkunft eingerichtet, wie der US-Sender CNN berichtet. Die Tierarzthelferin Maguilda Vargas leitet das Projekt. „Die meisten der gefundenen Tiere sind verletzt und haben Knochenbrüche, multiple Traumata, Schürf- oder Schnittwunden“, sagte Vargas. Die Tiere werden tierärztlich versorgt und untergebracht, bis sie zu ihren Besitzern zurückkehren können.
Bislang konnte Vargas’ Team 18 gerettete Haustiere wieder mit ihren Besitzern vereinen. Hunderte weitere Tiere warten noch auf ihre Familien. Neben der staatlich geförderten Notstelle gibt es auch unabhängige Tierheime, die sich um die Vermittlung kümmern.
Soziale Netzwerke helfen bei der Suche
Um ihre Tiere im Chaos nach dem Erdbeben wiederzufinden, haben viele Menschen Onlineprofile mit Fotos der vermissten Haustiere erstellt. In sozialen Netzwerken kursieren unzählige Fotos und Videos von Hunden aller Größen, weißen, schwarzen sowie gestreiften und bunten Katzen. Jeder Beitrag wird immer wieder geteilt, begleitet von verzweifelten Aufrufen der Besitzer.
Internationale Hilfe
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Venezuela 346 Millionen Dollar für den Wiederaufbau nach der Katastrophe freigegeben. Die Mittel stammen aus Venezuelas eigenen Reserven beim Fonds und sind für dringende humanitäre Bedürfnisse abgerufen worden, erklärte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa. Präsidentin Delcy Rodríguez kündigte an, mit dem Geld den Wiederaufbau finanzieren und betroffene Familien unterstützen zu wollen.
Die Erdbeben haben eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Die Rettungsarbeiten laufen weiter, und viele Menschen hoffen noch immer, ihre Angehörigen lebend zu finden. Die Suche nach den Besitzern der geretteten Haustiere ist ein kleiner Lichtblick in der Katastrophe.



