Nach dem Tod des berühmten Wales Timmy hat sich erneut ein Wal in die Ostsee verirrt. Eine Dänin sichtete am Dienstag unter der alten Lillebælt-Brücke einen riesigen Wal, der so groß wie eine Segelyacht war. Die Aufnahmen zeigen das Tier, das ruhig unter der Brücke hindurchschwimmt.
Spektakuläre Entdeckung im Kleinen Belt
Die Dänin Linda Frølund Hansen war am Morgen auf dem Weg zur Arbeit, als sie den Wal entdeckte. „Ich konnte es kaum glauben. Der Wal war riesig und schwamm direkt unter der Brücke hindurch“, sagte sie. Die Brücke verbindet die Inseln Fünen und Jütland und ist ein bekanntes Bauwerk in der Region. Hansen filmte das Tier mit ihrem Smartphone und teilte die Aufnahmen in sozialen Medien.
Zweiter Wal in der Ostsee nach Timmy
Erst vor wenigen Wochen war der Buckelwal Timmy in der Ostsee gestrandet und später gestorben. Timmy war zunächst vor der Insel Poel gesichtet worden und hatte tagelang für Aufsehen gesorgt. Trotz Rettungsversuchen verendete das Tier vor der dänischen Insel Anholt. Der neue Wal könnte ebenfalls ein Buckelwal sein, doch Experten sind noch unsicher. „Es ist ungewöhnlich, dass sich zwei Wale so kurz nacheinander in die Ostsee verirren“, sagte ein Meeresbiologe des Deutschen Meeresmuseums.
Gefahren für Wale in der Ostsee
Die Ostsee ist für große Wale gefährlich. Das Wasser ist flach und die Schifffahrt intensiv. Zudem fehlt den Tieren oft die Nahrung. „Wale verirren sich selten in die Ostsee, aber wenn, dann ist das meist ein Zeichen von Orientierungslosigkeit oder Krankheit“, erklärte der Biologe. Die Behörden in Dänemark und Deutschland beobachten die Situation. Bisher gibt es keine Pläne, den Wal einzufangen oder zu leiten.
Lokale Reaktionen und Tourismus
Die Sichtung hat auch Touristen angezogen. Schaulustige versammelten sich an der Küste, um einen Blick auf den Wal zu erhaschen. „Es ist aufregend, so ein Tier in freier Wildbahn zu sehen“, sagte ein Besucher aus Kopenhagen. Die dänische Polizei warnt jedoch davor, sich dem Wal zu nähern oder ihn zu stören. „Der Wal ist geschützt, und wir bitten die Menschen, Abstand zu halten“, so ein Sprecher.
Wie lange der Wal in der Ostsee bleibt, ist unklar. Experten hoffen, dass er den Weg zurück in die Nordsee findet. „Wir müssen abwarten und beobachten. Jeder Versuch, ihn zu treiben, könnte mehr schaden als nützen“, sagte der Meeresbiologe.



