In Spanien werden Esel im Kampf gegen Waldbrände eingesetzt. Die Initiative „Tivissa Donkeys Firefighters“ in Katalonien nutzt die Tiere zur natürlichen Landschaftspflege, wie der US-Sender „CNN“ berichtet. Die Esel fressen das leicht brennbare Unterholz ab und reduzieren so die Menge an Brennmaterial. Dadurch können sich Brände langsamer ausbreiten und die Feuerwehr hat bessere Chancen, sie zu bekämpfen.
Waldbrände in Spanien: Immer heißer und trockener
Die Sommer in Spanien werden zunehmend heißer und trockener. Laut dem European Forest Fire Information System haben Brände allein in diesem Jahr rund 125.000 Hektar Land zerstört. Die Gefahr steigt, und die Feuerwehr setzt zunehmend auf moderne Technik – aber auch auf traditionelle Methoden wie den Einsatz von Weidetieren.
Die Initiative wurde gegründet, um misshandelte Esel zu retten und ihnen ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Mittlerweile beherbergt sie 62 Tiere. Die Esel tragen zur Pflege der Landschaft bei, indem sie das Unterholz abweiden. Das reduziert die Menge an leicht brennbarem Pflanzenmaterial und kann die Ausmaße von Waldbränden verringern.
Gründer Joan Cedó: „Sie haben alles gefressen“
Der Gründer der Initiative, Joan Cedó, nahm 2020 die ersten Esel auf. Er erinnerte sich an verheerende Waldbrände im Jahr 2013 in der Nähe seines Grundstücks und testete, ob die Tiere das Unterholz abgrasen würden. „Sie haben alles gefressen“, sagte er „CNN“. Aus dem Experiment entwickelte sich schnell ein Vollzeitbetrieb.
Die Esel arbeiten inzwischen mit der Feuerwehr zusammen. „Sie legen die Brandschneisen an, wir setzen die Tiere dort ein und halten sie frei“, so Cedó. Die von den Tieren angelegten Trampelpfade könnten im Brandfall genutzt werden, um Wasserschläuche zu verlegen.
Inspiration aus anderen Projekten
Cedó ließ sich von einem ähnlichen Eselprojekt im Süden Spaniens inspirieren. Auch anderswo gibt es vergleichbare Initiativen: Manche setzen auf Schafe und Ziegen zur Landschaftspflege und für den Brandschutz, andere bringen Wildpferde in ihre ursprünglichen Lebensräume zurück.
Bislang fehle es diesen Projekten jedoch an ausreichender finanzieller Unterstützung, sagte Cedó zu „CNN“. Zwar würden die Behörden den Beitrag der Weidetiere zur Waldbrandprävention anerkennen, bislang fließe ein Großteil der Fördermittel jedoch weiterhin in die mechanische Rodung. Cedó hofft, dass künftig auch Projekte wie die „Tivissa Donkeys Firefighters“ die notwendige Unterstützung erhalten.



