Im Gardasee haben Taucher eine fast ausgestorbene Krabbenart entdeckt: die Italienische Flusskrabbe (Potamon fluviatile). Der Fund gilt als Sensation, da die Art in Italien seit den 1990er-Jahren kaum noch gesichtet wurde. Der WWF Bergamo Brescia spricht auf Facebook von einem „Zeichen der Hoffnung“ und betont, dass die Rückkehr der Krabbe auf eine verbesserte Wasserqualität hindeute.
Zufallsfund bei Suche nach invasiven Arten
Eigentlich waren Taucher der Umweltschutzorganisation im Auftrag des WWF unterwegs, um invasive Arten im Gardasee zu dokumentieren. Am Veroneser Ufer bei Brenzone stießen sie zwischen Felsen auf die seltenen Tiere. Wie die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“ berichtet, entdeckten die Taucher nicht nur einzelne Exemplare, sondern eine ganze Population. Zahlreiche Sichtungen und Filmaufnahmen bestätigten demnach die Rückkehr der Art.
Erfolgreiche Fortpflanzung beobachtet
WWF-Referent Paolo Zanollo erklärte der Tageszeitung, dass die Aufnahmen sowohl Jungtiere als auch erwachsene Krabben zeigten. Dies belege, dass sich die Tiere erfolgreich fortpflanzten. Die Italienische Flusskrabbe ist Italiens einzige heimische Süßwasserkrabbe. Ihr Verschwinden wurde lange Zeit auf Umweltverschmutzung und den Verlust von Lebensräumen zurückgeführt.
Positive Effekte für das Ökosystem
Die Rückkehr der Krabbe könnte auch helfen, ein anderes Problem im Gardasee zu lösen: Die Tiere fressen offenbar die invasive Zebramuschel, die sich seit den 1980er-Jahren explosionsartig im See ausbreitet und das Gewässer belastet. Der WWF schreibt auf Facebook, dass die einheimische Art ein wichtiger Indikator für die Wasserqualität und die Gesundheit des Ökosystems sei. Urlauber werden gebeten, die Krabben nicht zu stören und Fotos oder Videos für das Monitoring zur Verfügung zu stellen.



