Die Hitzewelle hält Deutschland am Freitag fest im Griff, doch am Nachmittag und Abend wächst die Unwettergefahr. Während die Temperaturen von 26 Grad im Norden bis zu 38 Grad am Oberrhein und an der Donau reichen, ziehen von Südwesten kräftige Gewitter auf. Die dritte Hitzewelle des Jahres knickt damit leicht ein – aber die Gefahr von Starkregen, Hagel und Sturmböen steigt.
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bleiben die Temperaturen zunächst sommerlich. Im Norden werden 26 bis 29 Grad erwartet, verbreitet 30 bis 37 Grad, örtlich sind sogar 38 Grad möglich. Doch die Luft ist instabil, die Schwüle nimmt zu. Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärte gegenüber BILD: „In einem Streifen vom Südwesten über die Mitte bis in den Osten muss man am Nachmittag und Abend mit teils kräftigen Schauern und Gewittern rechnen.“
Wie die Wetterkarte zeigt, hält die Hitzewelle Deutschland auch am Freitag noch fest im Griff. Doch genau diese aufgeheizte Luft enthält enorm viel Energie, die sich in starken Gewittern entlädt. Die Meteorologen rechnen damit, dass sich die ersten Zellen bereits am Nachmittag bilden.
Diese Regionen sind besonders von Gewittern betroffen
Jung präzisierte: „Vor allem im Süden und Südosten sind örtlich Unwetter möglich – mit heftigem Starkregen, größerem Hagel und Sturmböen um 75 km/h. Zum Abend nähert sich von Südwesten eine Kaltfront, dann werden die Gewitter häufiger und kräftiger.“ Betroffen sind Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen und Bayern. Auch hier zeigt sich: Der Wind weht zunächst schwach bis mäßig, kann aber bei Gewittern deutlich zunehmen.
Die Meteorologen warnen vor mehreren Gefahren zugleich. Kleinere Überflutungen und Wassereinbrüche in Keller sind möglich. Klimatologe Dr. Karsten Brandt erklärt gegenüber BILD: „Der Grund ist, dass die Böden so trocken sind, dass sie kaum das Regenwasser aufnehmen können.“ Die ausgetrocknete Erde kann die Niederschläge nicht aufnehmen, wodurch Wasser oberflächlich abfließt und in Keller eindringen kann.
Experten warnen vor abbrechenden Ästen
Doch nicht nur der Regen birgt Risiken. Brandt sieht auch eine große Gefahr durch die Windböen: „Die starken Windböen sind nicht zu unterschätzen. Weil es zu wenig geregnet hat, leiden die Bäume unter Trockenstress, sind geschwächt. Durch den Wind können trockene Äste schnell abbrechen, Menschen verletzen.“ Sein Rat: „Spaziergänger sollten bei einer Unwettergefahr Parks und Wälder meiden.“
Diese Warnung kommt nicht von ungefähr: Die anhaltende Trockenheit hat die Bäume in vielen Regionen erheblich geschwächt. Selbst sonst stabile Äste können bei starken Böen brechen. Wer unter Bäumen Schutz sucht, bringt sich damit in Gefahr. Auch wenn es nach Abkühlung aussieht, ist ein Aufenthalt im Grünen während der Gewitterlage riskant.
So geht es am Wochenende weiter
Die Unwettergefahr ist damit nicht vorbei. Laut Deutschem Wetterdienst sind auch am Samstag im Südosten noch örtlich kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagel zu erwarten. Die Temperaturen dürften etwas sinken, dennoch bleibt das Wetter wechselhaft. Die Hitzewelle zeigt sich also weiterhin hartnäckig, muss sich aber der Kaltfront geschlagen geben.
Meteorologen raten, die Wetterlage genau zu beobachten. Vor allem in den Abendstunden sollten Blitzschläge und Sturmböen ernst genommen werden. Wer unterwegs ist, sollte Schutz in festen Gebäuden suchen. Die Kombination aus extremen Temperaturen und schweren Gewittern macht den Freitag zu einem Tag der Extreme – ein letztes Aufbäumen des Sommers, bevor das Wochenende eine leichte Abkühlung bringt.



