Auch in Thüringen haben Naturfreunde noch die Möglichkeit, Glühwürmchen zu beobachten. Nach Einschätzung von Jens Wilhelm, Revierleiter im Nationalpark Hainich, ist die Hauptflugzeit zwar vorbei, aber mit den richtigen Bedingungen lassen sich die leuchtenden Käfer noch entdecken. „Es ist aber nicht selbstverständlich“, betont Wilhelm. „In der Zeit von Sonnenuntergang bis vor Mitternacht muss es relativ warm und möglichst windstill sein – und ein bisschen Glück gehört auch dazu.“
Lebensraum und Verhalten der Leuchtkäfer
Die Glühwürmchen halten sich bevorzugt an Waldrändern und lichten Stellen auf. Ihr ruckartiger Flug erfolgt in Mannshöhe, sodass sie für aufmerksame Beobachter gut sichtbar sind. „Es ist immer toll, wenn man die Gelegenheit hat, sie durch den Wald huschen zu sehen, das begeistert einen immer wieder, wenn sie um einen herumfliegen“, schwärmt Wilhelm.
Drei Arten in Thüringen heimisch
Laut dem Naturschutzbund (Nabu) Thüringen kommen im Bundesland drei Glühwürmchen-Arten vor: der Kleine Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula), der Große Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca) und der Kurzflügel-Leuchtkäfer (Phosphaenus hemipterus). Sie sind häufig in Wassernähe anzutreffen. Die feuchte Drachenschlucht bei Eisenach zählt der Nabu zu den bekannten Glühwürmchen-Hotspots in Thüringen.
Das Leuchten dient der Partnersuche
Die Tiere nutzen ihr Leuchten zur Paarung. Wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt, sind die fliegenden Käfer die Männchen des Kleinen Leuchtkäfers. Die flugunfähigen Weibchen erzeugen mithilfe von Leuchtstoffen im Hinterleib ein grünliches Licht, um die Männchen anzulocken. Dieses Schauspiel ist in den kommenden Nächten noch möglich, sofern die Witterung mitspielt.



