Der Großbrand im Müritz-Nationalpark hält die Einsatzkräfte weiterhin in Atem. Am Dienstagabend mussten die Ortschaften Granzin und Granziner Mühle erneut evakuiert werden. Grund ist eine erneute Winddrehung, die die Flammen in Richtung der Siedlungen treibt. „Das Problem ist, dass sich der Wind wieder gedreht hat und auch ein bisschen aufgefrischt hat“, erklärte ein Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Das Feuer sei zuletzt nur noch etwa 1,4 Kilometer von Granzin entfernt gewesen.
Evakuierung und Unterbringung der Betroffenen
Granzin zählt laut Gemeinde Kratzeburg etwas mehr als 100 Einwohner. Die Evakuierung erfolgt durch Polizeibeamte, die von Tür zu Tür gehen und die Bewohner zum Verlassen ihrer Häuser auffordern. „Wenn etwa ältere Menschen Hilfe bräuchten, unterstützt die Feuerwehr“, so der Sprecher. Für Betroffene, die eine Unterkunft benötigen, steht das Gemeindezentrum in Peckatel zur Verfügung. Bereits am Montag, dem Tag der Brandmeldung, waren Granzin, Granziner Mühle und Krienke vorübergehend evakuiert worden.
Brandausdehnung und Herausforderungen
Die verbrannte Fläche hat sich bis zum Abend auf mehr als 91 Hektar vergrößert. „Das hat in den letzten Stunden noch mal einen großen Sprung gemacht“, sagte der Sprecher. Der Einsatz wird durch die Lage auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz erschwert, der stark mit Alt-Munition belastet ist. Die Feuerwehr muss einen Sicherheitsabstand von 1.000 Metern einhalten und kann munitionsbelastete Gebiete nicht betreten. Daher kann eine Abwehrlinie mit Kreisregnern nur relativ dicht bei Granzin eingerichtet werden.
Vergleich mit früherem Brand und Ausblick
Erst Ende Juni war ein Brand auf einem nahe gelegenen Truppenübungsplatz im Nationalpark ausgebrochen, der mehr als 100 Hektar erfasste und mehrere Tage dauerte. Auch dort handelte es sich um munitionsbelastetes Gelände. Der aktuelle Brand werde die Einsatzkräfte absehbar noch Tage beschäftigen, so der Sprecher. Zuletzt waren etwa 250 Feuerwehrkräfte im Einsatz, weitere werden nachgefordert. Regen wird frühestens für Donnerstag oder Freitag erwartet. „Wenigstens bis dann wird das noch aktuell sein“, prognostizierte der Sprecher.



