Rehkitze bei der Mahd schützen: Tipps für Landwirte und Helfer
Rehkitze bei der Mahd schützen: Tipps für Landwirte

In der Gemeinde Lichtenau im Landkreis Mittelsachsen sind am Pfingstmontag elf Rehkitze bei Mäharbeiten ums Leben gekommen. Anwohner entdeckten die toten Tiere und verständigten die Polizei. Gegen die verantwortliche Firma wird nun unter anderem wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Dieser Vorfall verdeutlicht die Gefahren, die für Jungtiere während der Mahd im Mai und Juni bestehen.

Warum Rehkitze besonders gefährdet sind

Jenifer Calvi, Sprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung, erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass Rehkitze in den ersten zwei bis drei Wochen nach der Geburt instinktiv bei Gefahr liegen bleiben und sich ins Gras ducken. Dieses Verhalten, das sie vor natürlichen Feinden schützt, wird bei der Mahd zur tödlichen Falle. Die Tiere können von den Mähmaschinen schwer verletzt oder getötet werden.

Schutzmaßnahmen für Landwirte

Um die Tiere zu schützen, sind vor allem die Landwirte gefragt. Die sicherste Methode ist laut Calvi, die Felder kurz vor dem Mähen mit einer Wärmebild-Drohne und Suchtrupps abzusuchen. Unterstützung können Landwirte dabei von ehrenamtlichen Rehkitzretter-Gruppen erhalten, die es in ganz Deutschland gibt. Um Kontakt zu solchen Gruppen aufzunehmen, kann der lokale Förster eine erste Anlaufstelle sein.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Spätere Mahd als Alternative

Auch eine spätere Mahd, etwa Mitte Juni, kann helfen. Dann sind die Kitze meist schon alt genug, um vor den Mähdreschern wegzulaufen. Zudem können Vergrämungsmaßnahmen wie blinkende Lichter, flatterndes Absperrband oder piepende Töne die Tiere von den Feldern fernhalten.

Wichtige Hinweise für Laien

Calvi warnt jedoch davor, dass Laien niemals auf eigene Faust losziehen sollten, um Rehkitze zu retten. Stattdessen sollten sie immer mit einer Rehkitzretter-Gruppe oder einem Förster zusammenarbeiten. Ein weiterer wichtiger Punkt: Rehkitze dürfen nicht mit bloßen Händen angefasst werden, da die Mutter ihr Junges dann möglicherweise ablehnt. Bei der Rettung werden daher Handschuhe und Grasbüschel verwendet, um die Tiere von den Feldern zu tragen.

Der tragische Vorfall in Lichtenau zeigt, wie wichtig präventive Maßnahmen sind. Landwirte, Jäger und ehrenamtliche Helfer können gemeinsam dazu beitragen, die Zahl der getöteten Rehkitze zu reduzieren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration