Sowjetische Kanone aus der Neiße geborgen – Zustand überrascht
Sowjetische Kanone aus der Neiße geborgen

Die Funke Mediengruppe berichtet über die Bergung eines Geschützes der Roten Armee aus der Neiße. Im April 1945 kam es an der Neiße zu schweren Gefechten. Nun haben Experten einen stählernen Zeugen der Kämpfe aus dem Fluss geborgen. Von Philipp Luther, Online-Redakteur*in, 17.06.2026, 16:16 Uhr.

Seltener Fund in Brandenburg

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat am Dienstag bei Forst (Lausitz) eine sowjetische Kanone aus dem Zweiten Weltkrieg aus der Neiße gefischt. Die Regimentskanone vom Kaliber 76 Millimeter war bei Gewässerpflegearbeiten etwa 20 Kilometer östlich von Cottbus gefunden worden. Gefahr für die Bevölkerung bestand laut Behördenangaben zu keinem Zeitpunkt. Das Geschütz sei fachgerecht gesichert und abtransportiert worden.

Details zur Kanone

Das Infanteriegeschütz Modell M1943 kam in den letzten Jahren des Krieges gegen Nazi-Deutschland zum Einsatz. Rund 5.122 Stück der Kanone wurden produziert. Sie diente Soldaten der Roten Armee zum Beschuss von Feldbefestigungen und ungepanzerten Zielen. Mit Kriegsende stellte die Sowjetunion die Produktion ein, da Reichweite und Durchschlagskraft als unzureichend empfunden wurden.

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Historischer Hintergrund

An der Neiße war es im Raum Forst bei Kriegsende zu schweren Kämpfen zwischen der vorrückenden Roten Armee und der Wehrmacht gekommen. Die Stadt selbst, lange vom Kriegsgeschehen verschont, wurde bei Kämpfen im April 1945 fast vollständig zerstört.

Bergung und Zustand

Die Bergung der Kanone wurde mehrere Tage lang von Tauchern vorbereitet, berichtet die „Lausitzer Rundschau“. Dazu wurde sie zunächst unter Wasser von Sand und Schlick befreit, bevor ein Kran die Waffe aus dem Fluss heben konnte. Der Zustand der Kanone ist dabei erstaunlich gut, wie auch auf Bildern von der Bergung zu erkennen ist. Die Jahrzehnte im Fluss hinterließen zwar eine dicke Rostschicht auf dem fast vollständig aus Stahl gefertigten Geschütz. Aber selbst die Räder hätten sich noch gedreht, berichtete ein Experte der Zeitung.

In Deutschland werden immer wieder Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen. Zuletzt machte der Fund eines Sturmgeschützes in Nordholz Schlagzeilen. Das Panzerfahrzeug war bei Bauarbeiten entdeckt worden. Ähnlich wie bei dem Geschütz in der Neiße, war auch das Sturmgeschütz besonders gut erhalten geblieben.

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