Großeinsatz gegen Flammen: Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz
In mehreren Gegenden Deutschlands kämpfen Hunderte Einsatzkräfte gegen Waldbrände. Die größte Gefahr scheint jedoch gebannt. In Rheinland-Pfalz, Bayern, Thüringen und Sachsen waren die Feuerwehren mit Spezialfahrzeugen, Drohnen und Löschrobotern im Einsatz. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt nur noch für wenige Regionen in Baden-Württemberg und Bayern eine sehr hohe Waldbrandgefahr an.
Rheinland-Pfalz: Löschroboter gegen Glutnester
Besonders schwierig gestalten sich die Löscharbeiten in einem Naturschutzgebiet bei Traisen nahe Bad Kreuznach. Dort brennt es seit Samstagnachmittag am Rotenfels an der Nahe. Rund 650 Anwohner durften am Montag nur kurz in ihre Häuser, um Habseligkeiten zu holen, eine dauerhafte Rückkehr war noch nicht möglich. Grund ist Weltkriegsmunition im Boden, die durch das Feuer zu explodieren droht. Eine Sperrzone von einem Kilometer wurde eingerichtet. Löschroboter sollen laut Kreisverwaltung die Glutnester bekämpfen und den Boden kühlen. Die Häuser des Ortes sind nach bisherigen Erkenntnissen nicht unmittelbar durch die Flammen gefährdet. Der Regen der letzten Nacht hat die Lage etwas entspannt.
Sachsen: Waldbrand in der Gohrischheide weitgehend gelöscht
Der Waldbrand in der Gohrischheide an der Grenze zu Brandenburg ist weitgehend unter Kontrolle. „Jetzt geht es darum, die Glutnester, die die Drohne entdeckt hatte, zu beobachten und zu bekämpfen“, sagte Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer (parteilos). Der Regen half zusätzlich. Das Feuer war am Samstagnachmittag ausgebrochen und hatte sich schnell ausgebreitet. Mehr als 200 Einsatzkräfte und zwei Löschhubschrauber bekämpften die Flammen bei Temperaturen um 40 Grad. Die Gohrischheide gilt wegen Altmunition im Boden als besonders schwierig für Löscharbeiten. Ein gepanzertes Löschfahrzeug kam zum Einsatz, das auch munitionsbelastete Gebiete befahren kann.
Thüringen: Brand auf ehemaligem Kohlebergbaugelände unter Kontrolle
Im thüringischen Meuselwitz (Altenburger Land) ist der Waldbrand auf einem ehemaligen Kohlebergbaugelände nach Angaben des Landratsamts unter Kontrolle. Allerdings könnten Kohlenreste im Boden die Flammen immer wieder neu entfachen. Der Großeinsatz werde noch mindestens den ganzen Tag andauern, sagte ein Sprecher der zentralen Leitstelle der Feuerwehr in Gera. Betroffen war ein Areal von etwa acht Hektar. Ersten Erkenntnissen zufolge hatten sich am Samstagnachmittag Bäume an einer Starkstromleitung entzündet. Das unwegsame Gelände und Kohlenstaub erschwerten die Löscharbeiten.
Bayern: Waldbrand am Chiemsee – Autobahn zeitweise gesperrt
Die Autobahn 8 am Chiemsee musste wegen eines Waldbrandes und des dadurch entstandenen Rauchs zeitweise gesperrt werden. Der Verkehr staute sich auf mehreren Kilometern. Dutzende Feuerwehrleute und Hubschrauber löschten eine brennende Wald- und Moorfläche nahe der Gemeinde Übersee. Das Feuer war kurz nach Mitternacht entdeckt worden. Ein Feuerwehrmann erlitt leichte Verletzungen. Laut Feuerwehr standen 5,5 Hektar Wald und Moor in Flammen, das entspricht einer Fläche von knapp acht Fußballfeldern.



