Bahn-Chefin Palla: Korridorsanierung verspätet sich – neues Kommunikationsprogramm
Bahn-Chefin: Korridorsanierung verspätet – neues Programm

Evelyn Palla, Chefin der Deutschen Bahn, hat am Mittwoch in Berlin ein Sofortprogramm für verbesserte Kundenkommunikation vorgestellt. Doch bevor sie auf die Details einging, musste sie über die Verzögerung der Korridorsanierung zwischen Nürnberg und Regensburg sprechen. Die Strecke bleibt statt bis Ende dieser Woche nun voraussichtlich bis Anfang August gesperrt. Palla kündigte an, das Konzept der Korridorsanierungen grundlegend zu überarbeiten.

Korridorsanierung: Verspätung und Überprüfung

Die Baustelle auf der Strecke Nürnberg-Regensburg dauert länger als geplant. Statt wie vorgesehen Ende dieser Woche soll die Freigabe spätestens Anfang August erfolgen. Palla erklärte, sie habe mit Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) besprochen, „dass wir die Art und Weise, wie wir mit der Korridorsanierung umgehen, wie wir planen, wie wir umsetzen, wie wir in Betrieb nehmen, noch mal umfassend auf den Prüfstand stellen wollen“. Der Anspruch sei klar: Fristen und Kosten der Korridorsanierung sollen künftig immer vollumfänglich eingehalten werden.

Sofortprogramm für bessere Kundenkommunikation

Nach den Sofortprogrammen für sauberere Bahnhöfe und mehr Komfort in Fernverkehrszügen folgt nun das dritte Programm. QR-Codes an Bahnhöfen, KI-gestützte Assistenten beim Ticketkauf und neue Infomonitore sollen die Information der Reisenden verbessern. Ab Ende 2026 soll zudem eine neue App verfügbar sein, die Echtzeit-Informationen zu kurzfristigen Gleiswechseln liefert. Informationen sollen künftig zeitgleich auf allen Kanälen ausgespielt werden. „Heute erfahren Reisende den Gleiswechsel erst mit bis zu 60 Sekunden Verzug nach den Anzeigern am Bahnhof“, sagte Palla. „Künftig soll das nur noch zwei Sekunden dauern.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Verkehrsminister Schnieder betonte: „Ein Zug kann verspätet sein, die Information darüber darf es nicht sein.“ Derzeit würden 66 Prozent der Verspätungen korrekt angezeigt, „aber ein Drittel nicht“. Die Qualität der Verspätungsprognosen müsse sich nachhaltig verbessern. Für die bessere Kommunikation will die Bahn zusätzlich 50 Millionen Euro investieren, die bis Ende 2027 eingesetzt werden sollen.

Pünktlichkeit weiterhin auf Tiefststand

Kurzfristig ist keine Besserung bei der Pünktlichkeit in Sicht. Die Pünktlichkeitsquote im Juni lag im Fernverkehr bei 52,6 Prozent – knapp über dem historischen Tiefpunkt des Vorjahres. Ausgefallene Züge sind in dieser Zahl nicht enthalten. Auch für dieses Jahr erwartet der Konzern kaum Besserung. Erst für 2029 stellt die Bahn eine Aussicht auf eine Pünktlichkeitsquote von 70 Prozent in Aussicht. „Wir wollen das Vertrauen der Kunden nicht in zehn Jahren zurückgewinnen, sondern bereits jetzt“, sagte Palla.

Kritik von der Opposition

Grünen-Politikerin Paula Piechotta zeigte sich wenig beeindruckt. „PR-Stunts“ wie das Programm für bessere Kommunikation sollten davon ablenken, dass die Bahn in ihrer Performance immer schlechter werde. Jeder Bahnkunde sehne sich nach verlässlichen Anzeigen und frühzeitiger Kommunikation von Baustellen. „Die DB hat schon viele toll klingende Programme vorgestellt, wirklich besser geworden ist dadurch selten etwas.“ Die Kernaufgabe der Bahn sei, planbare Mobilität zu schaffen. „Daran wird sie gemessen, nicht an Powerpoint-Folien.“

Bisherige Sofortprogramme und Ausblick

Im Januar startete Pallas Sofortprogramm für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen. Dafür stellt die DB in diesem Jahr rund 50 Millionen Euro zusätzlich bereit. Ende Februar folgte das Programm für mehr Komfort im Fernverkehr mit 20 Millionen Euro in diesem und 20 Millionen im nächsten Jahr. Ziel sind ein verlässlicheres Bord-Restaurant und höhere Verfügbarkeit von Toiletten und Kaffeemaschinen.

Verkehrsminister Schnieder betonte, dass sich durch die Sofortprogramme bereits erste Verbesserungen in der Kundenzufriedenheit zeigten. Die Programme seien jedoch kein Ersatz für die notwendige Verbesserung des Bahnbetriebs und der Infrastruktur. Er wolle grundsätzlich am Konzept der Korridorsanierung festhalten, aber an einigen Stellen nachbessern.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration