Seit der Eröffnung des Münchner Flughafens vor rund 40 Jahren wünschen sich Fluggäste, Kommunal- und Landespolitiker einen Anschluss an den Fernverkehr der Bahn. Jetzt hat sich selbst die Hoffnung auf eine Behelfslösung zerschlagen. Eine Prüfung der Deutschen Bahn hat ergeben, dass ICE-Züge nicht auf der bestehenden Trasse für S-Bahnen und Regionalzüge fahren können. Auf den aktuellen, bereits stark ausgelasteten Gleisen sei eine Fernverkehrsverbindung zum Flughafen nicht sinnvoll umsetzbar, teilt eine DB-Sprecherin mit. Zuerst hatte der „Münchner Merkur“ berichtet.
Keine Behelfslösung in Sicht
Die Bahn hofft nun weiter auf den seit Jahrzehnten angedachten Bau einer neuen Trasse, auf der ICE-Züge den zweitgrößten deutschen Flughafen erreichen könnten. Für eine stabile Anbindung sei dies unerlässlich, teilte die Sprecherin mit. „DB Fernverkehr befürwortet dies ausdrücklich, zum Beispiel im Kontext eines Ausbaus der Achse München–Ingolstadt.“
Planung mit Hindernissen
Ursprünglich wurde der Flughafen in den Achtzigerjahren zwar mit einem Fernbahnhof und vier Startbahnen geplant, doch gebaut wurden schlussendlich zwei Startbahnen und eine S-Bahn-Verbindung. Ende der Achtzigerjahre fiel auch die Entscheidung für die 2006 eröffnete Schnellstrecke München-Nürnberg – ohne Stopp am Flughafen.
Unpraktisch und zeitraubend ist der fehlende Fernbahnanschluss vor allem für Passagiere, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem nördlichen Oberbayern oder Franken anreisen: Obwohl der Flughafen 30 Kilometer nordöstlich der Landeshauptstadt gelegen ist, müssen sie entweder gleich Bus fahren oder mit dem Zug bis zum Münchner Hauptbahnhof, um dort in Bus oder S-Bahn umzusteigen.
Die Diskussion um die Fernverkehrsanbindung des Münchner Flughafens dauert nun seit vier Jahrzehnten an. Die jüngste Absage der Bahn an eine Behelfslösung bedeutet einen weiteren Rückschlag für die Befürworter einer besseren Anbindung. Ob und wann eine neue Trasse gebaut wird, bleibt ungewiss.



