Die Deutsche Bahn hat wegen der für das Wochenende erwarteten extremen Hitze eine Sonderstornierung für Fahrkarten angekündigt und rät Reisenden, auf Fahrten zu verzichten. Der Deutsche Wetterdienst prognostizierte für Sonntag Temperaturen bis zu 41 Grad, das internationale Wettermodell ICON sogar Spitzenwerte um die 44 Grad. Die Bahn reagierte mit einer sogenannten „Sonder-Kulanz“: Für den Zeitraum vom 25. bis 30. Juni können Kunden Fahrkarten kostenlos stornieren, sofern die Tickets bis zum 23. Juni gebucht wurden. „Allen, die in dieser extremen Wetterlage auf ihre Fahrt verzichten können, legen wir die Sonderregelung zur Stornierung nahe“, teilte die Bahn mit. Auch Sparpreistickets und Sitzplatzreservierungen sind von der Regelung umfasst. Ein entsprechendes Kulanzformular wurde bereitgestellt.
Klimaanlagen nur bis 40 Grad ausgelegt
Die Bahn verfügt eigenen Angaben zufolge über 275 Fernverkehrszüge mit „neueren Klimaanlagen“. Diese erfüllten den Komfortanspruch bis zu einer Außentemperatur von 40 Grad Celsius und seien funktionsfähig bis 54 Grad. Für den Regionalverkehr nannte das Unternehmen keine konkreten Zahlen. Ein Sprecher erklärte, fast alle Fahrzeuge verfügten über entsprechende Klima-Technik, eine pauschale Antwort sei jedoch nicht möglich, da je nach Fahrzeug unterschiedliche Klimatisierungstechnik zum Einsatz komme.
Wasserverteilung und Infrastrukturprobleme
An großen Bahnhöfen plant die Bahn, Mineralwasser an Reisende zu verteilen. Fernverkehrszüge führten ausreichend Wasservorräte mit. Die Bahn bat um gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis für die Mitarbeitenden. Die hohen Temperaturen setzen jedoch dem Schienennetz zu. „Die Technik dort ist permanent der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt“, hieß es im hauseigenen Newsblog. Bei anhaltender Trockenheit könne es zu Böschungsbränden kommen. Die DB warnte vor möglichen Störungen und Verzögerungen. Schienen sind für Temperaturen zwischen minus 20 und plus 60 Grad ausgelegt, aber Stahl dehnt sich bei extremer Hitze aus.
Erfahrungen aus der Hitzewelle 2025
Bereits während der Hitzewelle Anfang Juli 2025 meldeten Bahnunternehmen in Nordrhein-Westfalen Verspätungen und Zugausfälle. Ursachen waren hitzebedingte Weichenstörungen, Belastungen der Fahrzeuge und technische Probleme. Auf einzelnen Strecken mussten Züge wegen defekter Klimaanlagen oder überhitzter Lokomotiven durch Busse ersetzt werden. Zwischen Münster und Coesfeld etwa erreichten die Temperaturen in den Abteilen bis zu 60 Grad, wie die Westfälischen Nachrichten berichteten.



