Die Deutsche Bahn hat die Störung des digitalen Bahnfunknetzes GSM-R behoben. Erste Züge rollen wieder, wie ein Sprecher des Unternehmens bestätigte. „Der Verkehr läuft nun Schritt für Schritt wieder an“, sagte er. IT-Experten der DB hätten pausenlos an der Entstörung gearbeitet, sodass die Störung innerhalb kurzer Zeit behoben werden konnte. Der Zugverkehr war am Dienstagabend gegen 22:30 Uhr bundesweit zum Erliegen gekommen, nachdem der digitale Bahnfunk GSM-R ausgefallen war. Das System ist zentral für die Kommunikation zwischen Lokführern, Fahrdienstleitern und Betriebszentralen. Fällt es aus, muss der Verkehr aus Sicherheitsgründen eingeschränkt werden.
Ursache der Störung identifiziert
Die Ursache des Ausfalls sei mittlerweile gefunden und behoben, so der DB-Sprecher. Nähere Hintergründe nannte er zunächst nicht. Bahn-Chefin Evelyn Palla sagte der „Bild“-Zeitung, man habe die Lage mit einem Notfallsystem stabilisieren können. „Deshalb fahren nun alle Züge wieder. Die Ursache für das Problem müssen wir jetzt klären.“ Der digitale Zugfunk GSM-R und die internen Kommunikationssysteme gelten als zentrale Bestandteile des Bahnbetriebs. Über sie werden sicherheitsrelevante Informationen ausgetauscht. Bei einem Ausfall kann der Verkehr nur eingeschränkt aufrechterhalten werden.
Auswirkungen auf den Zugverkehr
DB Regio Mitte und die S-Bahn Berlin hatten zuvor mitgeteilt, dass der Zugverkehr wieder aufgenommen wird. Allerdings müsse mindestens bis Mittwochmorgen, 6 Uhr, mit „hohen Folgeverspätungen und kurzfristigen Fahrtausfällen“ gerechnet werden, schrieb DB Regio Mitte auf X. Auch Privatbahnen wie der Metronom, der Nahverkehrszüge in Niedersachsen, Bremen und Hamburg betreibt, waren betroffen. Der Güterverkehr, der vor allem abends und nachts unterwegs ist, stand ebenfalls still.
Situation in den Städten
In Berlin war der Verkehr im gesamten S-Bahn-Netz zeitweise eingestellt. Erst um 0:10 Uhr hieß es, der Verkehr sei wieder angerollt. Auf den Linien S1, S15, S2, S3, S41, S42, S46, S47, S5, S7, S8, S85 und S9 kam es noch zu Verspätungen und Zugausfällen. Am Berliner Hauptbahnhof warteten zahlreiche Menschen auf den Bahnsteigen. Das Zugpersonal bot an, in die stehenden Züge zu kommen, um Sitzplätze und Toiletten zu nutzen.
In Frankfurt am Main bildeten sich lange Schlangen vor dem Infoschalter am Hauptbahnhof. Etwa ein Dutzend Mitarbeiter von DB Service mit gelben Westen beantworteten Fragen und verteilten Wasser. Auf einer Anzeige hieß es während des Stillstands: „Der Zugverkehr ist momentan in ganz Deutschland eingestellt. Wenn Sie mit dem Deutschlandticket unterwegs sind, nehmen Sie sich ein Taxi/Hotel und reichen die Kosten über die Fahrgastrechte ein (Erstattung bis 120 Euro).“ Reisende berichteten jedoch, es gebe in ganz Frankfurt kein Hotelzimmer mehr. Ein ICE nach Mannheim und Stuttgart fuhr nahezu ohne Passagiere los, weil niemand den Wartenden mitgeteilt hatte, dass er startet.
In Hamburg standen Züge des Regional- und Fernverkehrs still, vor den Informationsschaltern am Hauptbahnhof herrschte dichtes Gedränge. Um kurz nach halb eins fuhr der erste ICE wieder Richtung Frankfurt aus dem Bahnhof. Die S-Bahn war von den Ausfällen nicht betroffen. Auch in München bildete sich eine lange Schlange vor dem DB-Infoschalter.
Weitere Entwicklung
Die Deutsche Bahn arbeitet weiter daran, den Betrieb zu normalisieren. Reisende müssen sich noch bis mindestens Mittwochmorgen auf Verspätungen und Ausfälle einstellen. Die genaue Ursache der Störung wird noch untersucht. Bahn-Chefin Palla kündigte an: „Die Ursache für das Problem müssen wir jetzt klären.“



