Der Berliner Breitscheidplatz kämpft mit massiven Baustellen, die den Einzelhandel schwer belasten. Seit Dezember 2025 ist eine Fahrspur auf der Budapester Straße gesperrt, um Platz für Jahrmarktbuden zu schaffen – gebaut wird dort jedoch noch nicht. Die Läden im Umfeld, darunter das Europa Center und Bikini Berlin, leiden unter sinkenden Kundenfrequenzen und Umsätzen. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf rechnet mit einer Bauzeit von fünf Jahren, also bis mindestens 2031.
Baustellenchaos am Breitscheidplatz
Die Budapester Straße ist nur eine von mehreren Baustellen rund um den Platz. Auch der Mittelstreifen des Breitscheidplatzes ist abgesperrt, und am Bahnhof Zoo laufen Arbeiten. Die Sperrungen führen zu Engpässen und Absperrungen, die Passanten den Zugang zu den Geschäften erschweren. „Die Situation ist katastrophal für uns“, sagt ein Sprecher des Europa Centers. „Unsere Kunden müssen weite Umwege in Kauf nehmen, viele bleiben ganz weg.“
Nach Angaben des Bezirks sind die Bauarbeiten notwendig, um die Verkehrsinfrastruktur zu modernisieren und den Platz attraktiver zu gestalten. Doch die langen Bauzeiten von rund fünf Jahren sorgen für Frust bei den Geschäften. „Wir haben bereits mehrere Mieter verloren, die aufgrund der Umsatzeinbußen aufgegeben haben“, so der Sprecher weiter. Eine genaue Zahl der geschlossenen Läden nannte er nicht, betonte aber, dass die Entwicklung alarmierend sei.
Europa Center und Bikini Berlin warten auf Hilfe
Das Europa Center und das Einkaufszentrum Bikini Berlin haben sich an den Senat gewandt, um finanzielle Unterstützung oder Erleichterungen bei den Bauarbeiten zu bitten. Bisher ohne Erfolg. „Die Entlastung hakt noch“, kritisiert ein Vertreter des Bikini Berlin. „Wir brauchen dringend Maßnahmen, um die Erreichbarkeit zu verbessern, etwa zusätzliche Fußgängerüberwege oder eine bessere Ausschilderung.“
Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zeigt sich zwar verständnisvoll, verweist aber auf die Notwendigkeit der Bauarbeiten. „Wir arbeiten daran, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, sagt ein Sprecher des Bezirksamts. „Aber die Modernisierung des Platzes ist ein langfristiges Projekt, das nicht überstürzt werden kann.“
Auswirkungen auf den Einzelhandel
Die Baustellen haben bereits spürbare Folgen für den Einzelhandel. Laut einer Umfrage des Einzelhandelsverbands Berlin-Brandenburg verzeichnen die Geschäfte am Breitscheidplatz durchschnittlich 30 Prozent weniger Kunden als vor Baubeginn. Viele Händler fürchten um ihre Existenz. „Wenn die Bauarbeiten so weitergehen, werden wir viele Geschäfte verlieren“, warnt der Verband. „Das wäre ein herber Verlust für die Berliner City West.“
Die Bauarbeiten am Breitscheidplatz sind Teil eines größeren Projekts zur Aufwertung des Areals rund um den Bahnhof Zoo. Geplant sind unter anderem neue Grünflächen, breitere Gehwege und eine Neugestaltung des Verkehrsknotenpunkts. Doch bis zur Fertigstellung müssen Händler und Anwohner noch Jahre mit Lärm, Staub und Umleitungen rechnen. Der Bezirk rechnet längst mit fünf Jahren Bauzeit – eine Perspektive, die viele als existenzbedrohend empfinden.



