Die Schwarzenbach-Talsperre im Nordschwarzwald wird derzeit wegen Sanierungsarbeiten an der Staumauer geleert. Dabei haben Angler nach eigenen Angaben fast fünf Tonnen Fische aus dem Stausee geholt. Der Angelsportverein Rastatt 1923 war insgesamt siebenmal im Einsatz, wie Werner Dautner vom Verein berichtete.
Methoden der Fischabfischung
Die Angler setzten verschiedene Methoden ein, um die Fische zu bergen. Zweimal wurde mit Netzen gefischt, fünfmal kam die Elektrobefischung zum Einsatz, bei der die Tiere kurzzeitig betäubt werden. Laut Dautner ist die Schwarzenbach-Talsperre nun zu 97 Prozent und mehr fischleer. Nur noch junge Barsche und kleine Ukeleis seien übrig, die mit dem Wasser in das hinter der Staumauer liegende Tosbecken bei Forbach gespült würden. Dieses Becken sei groß genug und habe ausreichend Sauerstoff, sodass die Fische dort überleben könnten.
Umsiedlung der Fische
Der Energiekonzern EnBW teilte mit, dass die abgefischten Tiere vor der Trockenlegung der Talsperre in umliegende Gewässer umgesetzt wurden. Nach Abschluss der Abfisch- und Umsiedlungsmaßnahmen sei in den vergangenen Tagen der Schlamm im unmittelbaren Bereich der Staumauer entfernt worden. Damit seien die vorbereitenden Arbeiten für die Ertüchtigung der Staumauer weitestgehend abgeschlossen, erklärte eine Sprecherin. Die Revisionsarbeiten am Bauwerk selbst hätten bereits begonnen.
Letzter Einsatz vor Pfingsten
Zum letzten Mal waren die Angler kurz vor dem heißen Pfingstwochenende im Einsatz. Aufgrund des niedrigen Wasserstands und der Hitze wäre sonst das Tierwohl gefährdet gewesen, sagte Dautner. Bis zu 70 Kilogramm Karpfen, Brasse, Rotaugen, Ukeleis und einige Barsche seien tiergerecht an einen Baggersee bei Rastatt transportiert worden.
Die Talsperre und ihre Geschichte
Die Talsperre fasst 14 Millionen Kubikmeter Wasser, was etwa 5.600 Olympia-Schwimmbecken mit einer Bahnlänge von 50 Metern entspricht. Sie ist erst zum vierten Mal in ihrer hundertjährigen Geschichte abgelassen worden. Die Talsperre dient als Oberbecken für ein Pumpspeicherkraftwerk.
Sanierungsarbeiten bis Oktober
Bis Oktober werden Verschlussvorrichtungen der Staumauer erneuert, Beton- und Metallbauteile instandgesetzt sowie neue Uferstrukturen geschaffen, wie die EnBW-Sprecherin erläuterte. Diese Maßnahmen seien Grundlage dafür, dass das neue Pumpspeicherkraftwerk 2027 in Betrieb genommen werden könne.
Bauarbeiten im Zeitplan
Das Abfischen hatte nach früheren Angaben länger gedauert als angenommen. Dies liege unter anderem an den anspruchsvollen Bedingungen vor Ort und der notwendigen Sorgfalt beim Umgang mit den verbleibenden Tieren, hatte die Sprecherin vor dem letzten Einsatz des Angelvereins vor Pfingsten erklärt. Die laufenden Bauarbeiten seien davon nicht betroffen und könnten planmäßig weitergeführt werden. Insgesamt liege man im Projekt weiterhin im Zeitplan, auch begünstigt durch den vergleichsweise niederschlagsarmen April. Die Regenfälle Mitte Mai hätten zwar zusätzliches Treibgut in die Talsperre eingetragen, allerdings in geringerem Umfang als erwartet.



