Die aktuellen Hitzewellen in Deutschland führen vermehrt zu gefährlichen Schäden auf Autobahnen. Betonfahrbahnen können sich bei extremen Temperaturen aufwölben oder sogar aufbrechen, was zu Sperrungen und erheblichen Verkehrsbehinderungen führt. Die Autobahn GmbH hat die Ursachen analysiert und appelliert an Autofahrer, auffällige Schäden zu melden.
Ursache: Spannungen im Beton durch Hitze
Laut Angaben der Autobahn GmbH dehnt sich Beton bei Wärme aus. Bei modernen Fahrbahnen wird diese Ausdehnung durch entsprechende Bauweisen kompensiert. Bei älteren Betonfahrbahnen kann es jedoch vorkommen, dass sich der Beton nicht ausreichend in Längsrichtung ausdehnen kann. Dadurch baut sich Spannung auf, die sich schlagartig entlädt. „Irgendwo muss die Spannung hin – und die entlädt sich dann nach oben“, erklärte eine Sprecherin der Autobahn GmbH. Die Folge sind sogenannte Blow-ups, bei denen sich die Fahrbahn aufwölbt oder aufbricht.
Besonders betroffen: Ältere Autobahnen
Solche Hitzeschäden treten vor allem auf älteren Betonfahrbahnen auf, die stark beansprucht wurden oder bereits mehrfach repariert werden mussten. Neu gebaute Betonfahrbahnen nach heutigem Stand der Technik sind nach Angaben der Autobahn GmbH nicht betroffen. Aktuelle Beispiele zeigen die Problematik deutlich: Auf der A2 mussten in Sachsen-Anhalt und Brandenburg in dieser Woche zwei Abschnitte wegen Hitzeschäden gesperrt werden. Auch auf der A93 in Bayern wurde ein solcher Schaden gemeldet.
Asphalt: Andere Reaktion auf Hitze
Nicht nur Beton, sondern auch Asphalt reagiert auf lang anhaltende Hitze – allerdings anders. Experten zufolge können sich Fahrbahnen durch intensive Sonneneinstrahlung auf deutlich mehr als 60 Grad Celsius aufheizen. Bleiben die Nächte tropisch warm und kühlt der Belag nicht ausreichend ab, wird das im Asphalt enthaltene Bindemittel Bitumen weich und kann an die Oberfläche treten. Fachleute sprechen dann von einer „schwitzenden Decke“. Unter der Belastung des Verkehrs können sich Spurrinnen, Verdrückungen, Aufwölbungen oder sich lösende Asphaltstücke bilden. Anders als bei Beton sind plötzliche Aufbrüche auf Asphaltfahrbahnen jedoch untypisch.
Verstärkte Kontrollen und Mithilfe der Autofahrer
Bei anhaltend hohen Temperaturen verstärkt die Autobahn GmbH ihre Streckenkontrollen. Die Autobahnmeistereien seien dann häufiger unterwegs, um mögliche Schäden möglichst früh zu erkennen. Ganz ausschließen lassen sich Hitzeschäden dennoch nicht. Deshalb bittet die Autobahn GmbH auch Autofahrer um Mithilfe. Wer auffällige Aufwölbungen, Risse oder andere ungewöhnliche Fahrbahnschäden bemerke, solle diese der Polizei melden. So könnten Gefahrenstellen schnell abgesichert und repariert werden.



