In Neukölln fahren bis zu 37 Prozent der Autos zu schnell, doch die Zahl der Geschwindigkeitskontrollen nimmt ab. Neue Daten der Berliner Polizei zeigen, dass die Unfallzahlen auf hohem Niveau stagnieren. Der Bezirk verfügt lediglich über zwei fest installierte Blitzer. Der Berliner Senat sieht trotz der anhaltenden Probleme keinen Handlungsbedarf.
Hohe Unfallzahlen an den Magistralen
Besonders entlang der drei großen Magistralen in Neukölln kommt es immer wieder zu teils schweren Verkehrsunfällen. Die Berliner Polizei registrierte im vergangenen Jahr allein an den Kreuzungen am Hermannplatz 147 Unfälle. Die Zahlen liegen damit auf ähnlichem Niveau wie in den Vorjahren: 2023 wurden am Hermannplatz insgesamt 166 Unfälle aufgenommen, 2024 waren es 136.
Weniger Kontrollen trotz hoher Raserei
Laut den Daten fahren bis zu 37 Prozent der Autofahrer in Neukölln zu schnell. Dennoch werden immer weniger Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Der Bezirk hat nur zwei fest installierte Blitzer, mobile Kontrollen sind selten. Dies führt zu Kritik von Verkehrsexperten und Politikern, die mehr Maßnahmen fordern.
Senat sieht keinen Handlungsbedarf
Der Berliner Senat sieht trotz der hohen Raserei- und Unfallzahlen keinen Handlungsbedarf. Ein Sprecher erklärte, dass die Unfallzahlen in den letzten Jahren stabil geblieben seien und keine signifikante Zunahme zu verzeichnen sei. Diese Einschätzung wird jedoch von Oppositionspolitikern und Verkehrsverbänden angezweifelt, die auf die Gefahren für Fußgänger und Radfahrer hinweisen.
Forderungen nach mehr Blitzern
Angesichts der anhaltenden Probleme fordern Bezirkspolitiker und Verkehrsinitiativen den Ausbau der Geschwindigkeitsüberwachung. Sie verweisen auf die hohe Zahl von Unfällen und die Gefahr durch Raser. Bislang blieben diese Forderungen jedoch unerhört. Der Senat verweist auf die Zuständigkeit der Polizei und die begrenzten Ressourcen.



