Nur zehn Tage vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft ist es in der mexikanischen Hauptstadt zu schweren Ausschreitungen zwischen der Polizei und protestierenden Lehrern gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten am Montag Tränengas ein, um zu verhindern, dass die Demonstranten den zentralen Zócalo-Platz erreichen, auf dem derzeit ein großes Fanfest für die WM aufgebaut wird.
Protestierende durchbrechen Absperrungen
Die Lehrer, die für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen demonstrierten, durchbrachen nach Angaben von AFP-Korrespondenten die metallenen Barrikaden rund um den Platz. Daraufhin feuerten die Einsatzkräfte Tränengas auf die Menge ab. Die Demonstranten reagierten, indem sie Feuerwerkskörper auf die Polizei schossen. Nach Berichten der mexikanischen Tageszeitung „El Universal“ wurden bei den Zusammenstößen mindestens drei Personen verletzt.
Gewerkschaft fordert Absage des Fanfestes
Der Gewerkschaftsvertreter Filiberto Frausto forderte die Absage des Fanfestes mit den Worten: „Diese Veranstaltung muss abgesagt werden. Unser Anliegen sollte viel wichtiger sein als ein bisschen Ablenkung und Spaß.“ Die Fanzone mit einer riesigen Leinwand, auf der die Spiele der WM übertragen werden sollen, befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Regierungspalast und wird seit Tagen aufgebaut.
Ein Teil der Lehrergewerkschaft CNTE hatte den Marsch organisiert und bereits zuvor gedroht, während der WM „Millionen“ von Lehrern und Lehrerinnen in die Hauptstadt zu mobilisieren, falls die Regierung ihre Forderungen nach Gehaltserhöhungen und neuen Verhandlungen über das Rentensystem nicht erfüllt.
Präsidentin Sheinbaum betont Dialogbereitschaft
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte noch am Montagmorgen, dass ihre Regierung den Dialog mit den Lehrkräften aufrechterhalte. „Es gibt bestimmte Forderungen, deren vollständige Erfüllung der Haushalt nicht zulässt, aber andere können erfüllt werden“, sagte sie. Die Fußball-WM findet in diesem Jahr in den USA, Mexiko und Kanada statt. Das Auftaktspiel steigt am 11. Juni in Mexiko-Stadt, wobei die mexikanische Nationalmannschaft auf Südafrika trifft.



