Pop-up-Radweg Kantstraße: Rückbau steht unmittelbar bevor – scharfe Kritik
Pop-up-Radweg Kantstraße: Rückbau unmittelbar bevor

Der Pop-up-Radweg in der Kantstraße in Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf steht offenbar kurz vor dem Rückbau. Der Senat hatte bereits im Sommer 2025 angekündigt, dass die provisorische Radverkehrsführung entfernt werden soll. Bislang war jedoch nichts passiert. Nun verdichten sich die Zeichen, dass die Maßnahme unmittelbar bevorsteht. Dies sorgt für scharfe Kritik.

Hintergrund des Pop-up-Radwegs

Der Radweg in der Kantstraße wurde während der Corona-Pandemie als Pop-up-Radweg eingerichtet, um mehr Platz für Radfahrer zu schaffen und den öffentlichen Nahverkehr zu entlasten. Die Maßnahme war von Anfang an umstritten. Befürworter lobten die Verbesserung der Radinfrastruktur, während Gegner vor allem Einschränkungen für den Autoverkehr beklagten. Der Senat hatte nach einer Evaluierung beschlossen, den Radweg nicht dauerhaft zu erhalten.

Kritik am Rückbau

Die Ankündigung des Rückbaus stößt auf heftige Ablehnung. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Harald Moritz, bezeichnete die Pläne als „absolut verantwortungslos“. Er argumentierte, dass der Radweg einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende leiste und der Rückbau ein falsches Signal sende. „In Zeiten der Klimakrise müssen wir den Radverkehr fördern, nicht ausbremsen“, so Moritz. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) kritisierte die Entscheidung und forderte den Senat auf, den Radweg zu erhalten.

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Konkrete Pläne des Senats

Nach Informationen der Berliner Morgenpost sollen die Bauarbeiten für den Rückbau in den kommenden Wochen beginnen. Zunächst sollen die Markierungen entfernt und die provisorischen Poller abgebaut werden. Anschließend wird die Fahrbahn wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Der Senat plant, den Radweg durch eine andere Maßnahme zu ersetzen, die jedoch noch nicht konkretisiert wurde. Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Verkehr erklärte: „Wir prüfen derzeit verschiedene Optionen, um die Radinfrastruktur in der Kantstraße zu verbessern. Der Pop-up-Radweg hat sich jedoch nicht bewährt.“

Reaktionen aus der Bezirkspolitik

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf steht dem Rückbau ebenfalls kritisch gegenüber. Bezirksbürgermeisterin Kirstin Bauch (Grüne) bedauerte die Entscheidung des Senats und betonte, dass der Bezirk für den Erhalt des Radwegs gekämpft habe. „Wir haben uns intensiv für eine dauerhafte Lösung eingesetzt, aber der Senat hat sich leider anders entschieden“, so Bauch. Sie kündigte an, dass der Bezirk weiterhin für eine fahrradfreundliche Verkehrspolitik eintreten werde.

Auswirkungen auf den Verkehr

Mit dem Rückbau des Pop-up-Radwegs wird die Kantstraße wieder für den Autoverkehr freigegeben. Dies könnte zu einer Entlastung des Verkehrsflusses führen, aber auch zu einer erhöhten Gefährdung von Radfahrern. Der ADFC warnte vor einem Rückschritt in der Verkehrssicherheit. „Der Radweg hat die Sicherheit für Radfahrer deutlich erhöht. Sein Wegfall wird zu mehr Konflikten zwischen Auto- und Radverkehr führen“, sagte ein Sprecher. Der Senat hingegen verspricht, dass die geplanten Ersatzmaßnahmen die Situation verbessern werden.

Ausblick

Der Rückbau des Pop-up-Radwegs in der Kantstraße ist ein weiteres Kapitel in der Debatte um die Verkehrswende in Berlin. Während der Senat auf eine ausgewogene Verkehrspolitik setzt, fordern Radverkehrsverbände und Teile der Politik einen stärkeren Ausbau der Radinfrastruktur. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Rückbau wie geplant umgesetzt wird und welche Alternativen der Senat bereitstellt.

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