Marode Brücke im Sauerland: Sprengung gelingt erst im zweiten Anlauf
Sprengung maroder Brücke im Sauerland gelingt erst im zweiten Anlauf

Erster Sprengversuch schlägt fehl

Die Sprengung der maroden Talbrücke Ottfingen im Sauerland ist erst im zweiten Anlauf vollständig gelungen. Am Sonntagmorgen um 8 Uhr detonierten zunächst planmäßig 160 Kilogramm Sprengstoff. Doch nachdem sich der Staub gelegt hatte, zeigte sich: Vier der zwölf Stützen und ein Teil der Fahrbahnplatte waren stehen geblieben. Die angrenzende Brücke konnte daher nicht wie vorgesehen für den Verkehr freigegeben werden.

Ferngesteuerter Bohrer im Einsatz

Wie der WDR berichtete, kam ein ferngesteuerter Bohrer zum Einsatz, um an den verbliebenen Pfeilern neue Bohrlöcher zu setzen und mit Sprengstoff zu befüllen. Sechs Stunden nach dem ersten Versuch zündete Sprengmeister Stefan Gräßle ein weiteres Mal. Dieses Mal habe es geklappt, meldete die Autobahn GmbH am frühen Nachmittag. „Jetzt liegt das komplette Teilbauwerk genau dort, wo es liegen soll“, sagte Gräßle. Die Brücke war 235 Meter lang, ihre Bauteile stürzten in etwa 30 Meter Tiefe. Schaulustige konnten das Spektakel nur aus weiter Ferne verfolgen.

Verkehrssperrungen und Umleitungen

Die A45 war zwischen den Anschlussstellen Olpe-Süd und Freudenberg in beide Richtungen gesperrt. Diese Sperrung blieb auch nach der zweiten Sprengung zunächst bestehen, da Statiker das noch stehende Teilbauwerk prüfen müssen. Die Talbrücke Ottfingen ist in die Jahre gekommen; mit der Sprengung wird Platz für einen Neubau geschaffen. Wer am Sonntag in die Sommerferien startete und über diesen Abschnitt fahren wollte, musste mit erheblichen Verzögerungen rechnen. Die Autobahn liegt auf der wichtigen Nord-Süd-Achse vom Ruhrgebiet ins Rhein-Main-Gebiet. Zwischen Freudenberg und Olpe-Süd wurden Umleitungen eingerichtet.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Dauerbaustelle Sauerland-Talbrücken

Durch gestiegene Verkehrsbelastung und schwerere Lkw sind etliche Brücken der sogenannten Sauerlandlinie von Dortmund nach Frankfurt so stark belastet, dass sie dringend ersetzt werden müssen. Die Talbrücke Ottfingen stammt aus dem Jahr 1971 und gehört zu den insgesamt 60 Großbrücken, die auf der Strecke schrittweise erneuert werden müssen. Zwölf Brücken sind inzwischen neu gebaut, zwölf weitere befinden sich im Bau, darunter auch die Talbrücke Rahmede, die Ende 2021 wegen Einsturzgefahr gesperrt und später komplett gesprengt wurde. Seit 2025 fließt der Verkehr bei Lüdenscheid wieder über die erste Brückenhälfte.

Auswirkungen auf den Reiseverkehr

Die Panne kommt zum ungünstigen Zeitpunkt, da am Wochenende in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien begannen. Autofahrer auf der A45 müssen sich weiterhin auf Behinderungen einstellen. Die Autobahn GmbH arbeitet daran, die Sperrungen so schnell wie möglich aufzuheben, sobald die statische Prüfung abgeschlossen ist. Marode Autobahnbrücken können ganze Landstriche lahmlegen; die Sprengung der Rahmedetalbrücke hatte bereits gezeigt, welches Chaos solche Maßnahmen auslösen können.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration