Immer mehr Radfahrer sterben auf deutschen Landstraßen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert deshalb ein Tempolimit von 70 km/h für Autofahrer auf Strecken ohne Radweg. Laut einer Studie der Unfallforschung der Versicherer starben 2024 jede Woche vier Radfahrer auf Landstraßen, 58 wurden schwer verletzt. Jeder vierte dieser Unfälle ereignet sich auf Straßen ohne Radweg.
Die häufigste Unfallursache ist laut Studie das Auffahren von Autos auf Radfahrer. Ursachen sind schlechte Sicht durch tief stehende Sonne, Dämmerung oder Dunkelheit sowie der hohe Geschwindigkeitsunterschied zwischen Auto und Fahrrad. Der ADFC-Bundesvorsitzende Frank Masurat erklärte, hohe Geschwindigkeiten, fehlende Radwege und mangelnde Querungshilfen seien besonders gefährlich. Neben dem Tempolimit fordert der ADFC den zügigen Ausbau von Radwegen in ländlichen Regionen und Verkehrsinseln. Eine Helmpflicht lehnt Masurat ab.
Die Zahl der getöteten und schwer verletzten Radfahrer außerorts ist von 2013 bis 2023 um 37 bzw. 29 Prozent gestiegen. Laut Unfallforschern liegt das auch daran, dass mehr Menschen Rad fahren. Viele Unfälle seien jedoch vermeidbar. Das Hauptproblem sei, dass Radfahrer auf Landstraßen oft übersehen werden. Laut Statistischem Bundesamt war 2024 jedes sechste Todesopfer im Straßenverkehr ein Radfahrer, die meisten davon 65 Jahre oder älter.



