Tram entgleist in Berlin-Lichtenberg: 20 Verletzte bei Zusammenstoß mit Oberleitungsmasten
Berlin. Ein schwerer Straßenbahnunfall hat sich am Dienstagmorgen im Berliner Ortsteil Neu-Hohenschönhausen im Bezirk Lichtenberg ereignet. Gegen 9.29 Uhr entgleiste eine Tram der Linie M5 in der Wartenberger Straße in einer Kurve kurz vor der Haltestelle Arnimstraße und kollidierte mit zwei Oberleitungsmasten. Dabei wurde die Seite des Fahrzeugs aufgerissen. Der letzte Wagen der Bahn sprang aus den Gleisen.
Nach Angaben der Berliner Feuerwehr und Polizei wurden bei dem Unfall insgesamt 20 Personen verletzt. 17 Fahrgäste erlitten leichte Verletzungen, drei Menschen wurden schwer verletzt. Lebensgefahr besteht nach bisherigen Erkenntnissen nicht. Zwölf Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz: 51 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren vor Ort, um die Betroffenen zu versorgen und die Unfallstelle zu sichern.
Bergungsarbeiten könnten mehrere Tage dauern
Die Bergungs- und Reparaturarbeiten gestalten sich aufwendig. Laut Polizei könnten sie mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die BVG rechnet damit, dass die Strecke erst am Donnerstag wieder befahrbar ist. Gemeinsam mit externen Fachfirmen und dem Technischen Hilfswerk (THW) bereitet die BVG die Bergung der Straßenbahn vor. Sobald die Polizei die Unfallstelle freigegeben hat, sollen zunächst die beschädigten Oberleitungsanlagen und Masten abgebaut werden. Für die Bergung der Tram selbst wird schweres Gerät benötigt. Die BVG geht davon aus, dass die Bergungs- und Instandsetzungsarbeiten mindestens 48 Stunden in Anspruch nehmen werden.
Tram-Verkehr unterbrochen – Ersatzverkehr eingerichtet
Der Tram-Verkehr auf den Linien M5 und M17 ist bis auf Weiteres unterbrochen. Die Linien verkehren nicht zwischen Gehrenseestraße und Falkenberg. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet, um die Fahrgäste zu befördern. Die BVG bittet die Fahrgäste um Verständnis und empfiehlt, die aktuellen Fahrplaninformationen zu beachten.
Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG, äußerte sich betroffen: „Unter dem Eindruck der Bilder hier vor Ort sind wir tief betroffen. In Gedanken sind wir bei den Verletzten und unseren Fahrgästen. Wir danken den Einsatzkräften für ihre schnelle und professionelle Arbeit und verschaffen uns aktuell einen Überblick zur Lage vor Ort. Klar ist, dass wir intensiv zur Aufklärung der Unfallursache beitragen werden.“
Die Unfallursache ist noch ungeklärt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Bergungsarbeiten laufen auf Hochtouren, während die Einsatzkräfte weiterhin vor Ort sind. Die BVG und die Behörden arbeiten eng zusammen, um die Strecke so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen.



