Am Frankfurter Flughafen sorgte eine Panne mit dem Bugfahrwerk einer Boeing 787-9 für Aufsehen. Fünf Menschen wurden dabei verletzt, wie die Lufthansa einen Tag nach dem Vorfall mitteilte. Unter den Verletzten befinden sich zwei Lufthansa-Mitarbeiter und drei Beschäftigte von Fremdfirmen.
Verletzte und Krankenhausaufenthalte
Die beiden Lufthansa-Mitarbeiter konnten das Krankenhaus bereits am Donnerstagabend wieder verlassen. Zum Gesundheitszustand der anderen drei Verletzten machte die Fluggesellschaft keine Angaben. Am Donnerstag hatte die Lufthansa zunächst mitgeteilt, dass zwei Kabinencrew-Mitglieder und weitere Mitarbeiter von Dienstleistungsunternehmen zur ärztlichen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht worden waren.
Der Vorfall im Detail
Am Donnerstagmittag klappte auf einer Parkposition unerwartet das Bugfahrwerk der Maschine mit der Flugnummer LH450 ein. Die Boeing 787-9 stand an der Einstiegsposition A15 vor Terminal 1 und sollte nach Los Angeles fliegen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nur Mitarbeiter an Bord: 13 Crewmitglieder der Lufthansa und einige Beschäftigte von Partnerfirmen. Die Fluggäste warteten noch auf das Boarding.
Der Flug war laut dpa-Informationen für 13:50 Uhr geplant. Da das Boarding bei Langstreckenflügen in der Regel etwa 30 Minuten dauert, wären die ersten Passagiere gegen 13:15 Uhr an Bord gewesen. Die Lufthansa hat derzeit 17 Dreamliner in ihrer Flotte.
Technische Untersuchung und Bergung
Das betroffene Flugzeug wurde zwischenzeitlich zum Technik-Gelände geschleppt. Die Boeing 787-9 wurde in der Nacht enttankt und angehoben, so die Lufthansa. Nach dem Anheben wurde das Fahrwerk ausgefahren und das Flugzeug auf eigenen Rädern zum Technik-Gelände gebracht. Der Flughafenbetreiber Fraport gab an, dass es am Freitag keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb gab.
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat die Untersuchung des Vorfalls bereits am Donnerstag aufgenommen. Die Lufthansa unterstützt die Untersuchungen. Nach deren Abschluss soll die Boeing 787 repariert werden.
Ähnlicher Vorfall in London 2021
Bereits im Juni 2021 kam es am Londoner Flughafen Heathrow zu einem ähnlichen Vorfall mit einer Boeing 787-8. Während der Vorbereitungen für einen Frachtflug nach Frankfurt krachte die Nase des Flugzeugs auf den Boden, zwei Personen wurden leicht verletzt.
Eine Untersuchung ergab, dass ein Verriegelungsstift, der das Einfahren des Fahrwerks verhindern soll, versehentlich an der falschen Stelle eingesetzt worden war. Die richtige Stelle lag direkt daneben, was die Bauweise als Fehlerquelle identifizierte. Der Betreiber und der Flughafen führten daraufhin Sicherheitsmaßnahmen ein, darunter Korrekturen am Flugzeug und Änderungen bei Wartungs- und Notfallverfahren.



