In Berlin-Spandau stehen umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit vor Schulen an. Eltern hatten sich beklagt, dass Geh- und Radwege zu schmal, Kreuzungen unübersichtlich und BVG-Haltestellen unzureichend seien. Im Rathaus des Bezirks mit rund 260.000 Einwohnern wurden nun konkrete Baupläne für mehrere Schulen vorgestellt. Betroffen sind unter anderem zwei Schulen am Hahneberg, Neubauten in Haselhorst und das Fehrbelliner Tor.
Elternklagen am Hahneberg
An den Schulen am Hahneberg fordern Eltern seit langem breitere Gehwege und sicherere Kreuzungen. Die Bezirksverwaltung hat nun zugesagt, die Gehwege zu verbreitern und die Sichtachsen an den Kreuzungen zu verbessern. Zudem sollen neue BVG-Haltestellen eingerichtet werden, um den Hol- und Bringverkehr zu entzerren. „Die Sicherheit unserer Kinder hat oberste Priorität“, sagte ein Sprecher des Bezirksamts.
Neue Kiss&Go-Zonen in Haselhorst
In Haselhorst, wo viele Neubauten entstehen, sind spezielle Kiss&Go-Zonen geplant, die ein stressfreies Absetzen der Kinder ermöglichen sollen. Diese Zonen werden von der Hauptstraße abgetrennt und mit separaten Ein- und Ausfahrten versehen. Die Bauarbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen. Laut Bezirksamt werden dafür rund 500.000 Euro aus dem Haushalt bereitgestellt.
Fehrbelliner Tor: Umstrittene Planung
Am Fehrbelliner Tor ist die Finanzierung noch unklar. Das Bezirksamt hat vorgeschlagen, eine bestehende Busspur in einen Gehweg umzuwandeln, was jedoch bei der BVG auf Widerstand stößt. „Wir brauchen die Busspur für den Linienverkehr“, erklärte ein BVG-Sprecher. Eine Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet.
Eltern fordern Tempo 30
Neben den baulichen Maßnahmen fordern viele Eltern die Einführung von Tempo 30 vor allen Grundschulen. Der Bezirk prüft dies derzeit, weist aber auf rechtliche Hürden hin. „Wir sind mit der Senatsverwaltung im Gespräch“, so der Bezirksstadtrat für Bildung.
Zeitplan und Kosten
Die ersten Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die Gesamtkosten für alle Maßnahmen werden auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt. Das Land Berlin hat bereits eine Kofinanzierung zugesagt. „Wir werden die Schulen Schritt für Schritt sicherer machen“, versprach der Bezirksbürgermeister.



