Neue Position für zurückgetretene Gleichstellungsbeauftragte nach kontroverser Flaggen-Aktion
Die ehemalige Landes-Gleichstellungsbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern, Wenke Brüdgam, hat nach ihrem umstrittenen Rücktritt im Dezember eine neue berufliche Position angetreten. Die Politikerin der Linken wurde im Büro der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger, die ebenfalls der Linkspartei angehört, als Koordinatorin im Fachbereich Ehrenamt eingestellt. Diese Personalentscheidung hat bereits zu heftigen politischen Kontroversen geführt, insbesondere von Seiten der oppositionellen CDU.
Vertragliche Regelungen und Rückkehr in den Dienst
Ein offizieller Sprecher der Hansestadt Rostock erläuterte die Hintergründe der Personalie detailliert. Das ursprüngliche Arbeitsverhältnis von Frau Brüdgam bei der Rostocker Stadtverwaltung wurde mit ihrer Übernahme der Position als Landes-Gleichstellungsbeauftragte nicht beendet, sondern lediglich vorübergehend ruhend gestellt. Diese Vereinbarung sei bereits vom damaligen Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen getroffen worden. Anfang Februar sei Brüdgam dann wieder in ihr Arbeitsverhältnis bei der Stadt eingetreten.
Da ihre frühere Stelle zwischenzeitlich neu besetzt worden war, sei eine Rückkehr auf die exakt gleiche Position nicht möglich gewesen. Stattdessen wurde ihr eine andere Stelle zugewiesen, die laut Sprecher im Rahmen der Stellenbewirtschaftung und des Stellenumfangs liegt, den die Bürgerschaft mit dem Haushaltsbeschluss für die Jahre 2026 und 2027 festgelegt hat.
Schwere Vorwürfe der CDU-Fraktion
Die CDU-Stadtfraktion reagierte umgehend mit scharfer Kritik auf die Personalentscheidung. In einer offiziellen Stellungnahme hieß es: Während wir den Bürgerinnen und Bürgern erklären müssen, dass wegen der aktuellen Haushaltssperre kein einziger zusätzlicher Euro ausgegeben werden kann, zaubert das Rathaus plötzlich eine maßgeschneiderte Stelle aus dem Hut. Zufällig lande diese Position dann bei einer Parteifreundin der amtierenden Oberbürgermeisterin.
Die Christdemokraten warfen der Stadtverwaltung vor, dadurch den Eindruck eines Selbstbedienungsladens zu erwecken. Diese Kritik bezieht sich insbesondere auf die zeitliche Nähe zu Brüdgams Rücktritt und die politische Verbindung zwischen der neuen Mitarbeiterin und der Oberbürgermeisterin.
Hintergrund: Der Flaggen-Eklat und der folgende Rücktritt
Wenke Brüdgam war Anfang Dezember von ihrem Amt als Landes-Gleichstellungsbeauftragte zurückgetreten, nachdem sie bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. Die Politikerin hatte Deutschland-Fahnen von leerstehenden Häusern entfernt und demonstrativ zerknüllt. In einem später gelöschten Social-Media-Post zeigte sie sich mit einer zerknüllten Nationalflagge in den Händen und erklärte ihre Motivation.
Auf dem Weg zu einer Mitgliederversammlung in meiner Stadt musste ich diese Dinger hier entdecken, die überall aufgehängt waren, so Brüdgam in ihrer damaligen Erklärung. Also bin ich ausgestiegen und habe sie abgerissen. Denn wer in diesen Zeiten Deutschland-Fahnen an leerstehende Häuser hängt, der will nicht zeigen, dass er sein Land mag, sondern der will letztlich Nationalismus propagieren und damit klar zum Faschismus aufrufen.
Diese Äußerungen und Handlungen hatten zu einer breiten öffentlichen Debatte über die Grenzen politischer Meinungsäußerung und die Symbolik nationaler Symbole geführt. Der nun erfolgte berufliche Wechsel Brüdgams innerhalb der Rostocker Stadtverwaltung setzt diese Kontroverse auf neuer Ebene fort.



