Nächtliche Spritztour mit schwerwiegenden Folgen
In Heide (Schleswig-Holstein) hat ein 12-jähriger Junge in der Nacht zu Freitag für einen spektakulären Polizeieinsatz gesorgt. Der Jugendliche entwendete das Auto seines Vaters und unternahm mit zwei weiteren Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren eine alkoholisierte Spritztour durch die Stadt.
Eine Serie von Verkehrsunfällen
Gegen 1.33 Uhr in der Klaus-Harms-Straße begann die gefährliche Fahrt. Der 12-Jährige steuerte den Ford seines Vaters zunächst an mehreren am Straßenrand geparkten Fahrzeugen vorbei, bevor es zur ersten Kollision kam. Er prallte gegen einen parkenden Transporter und beschädigte beim anschließenden Zurücksetzen zusätzlich einen Renault sowie einen weiteren Transporter.
Zeugen beobachteten, wie drei Kinder nach den Zusammenstößen von der Unfallstelle flohen, berichtete Polizeisprecher Björn Gustke. Die sofort eingeleiteten Ermittlungen führten die Beamten schnell auf die Spur des jungen Fahrers.
Geständnis und erheblicher Alkoholwert
Die Polizei traf den 12-Jährigen schließlich in seinem Zuhause an, wo er umgehend gestand, den Ford gefahren zu haben und dabei alkoholisiert gewesen zu sein. Ein durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen für ein Kind erheblichen Wert von 0,45 Promille. Der Junge war bis zu diesem Vorfall noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten.
Polizeisprecher Gustke bestätigte: „Im Fahrzeug saßen nach aktuellem Stand zwei Mitfahrer im Alter von 14 und 15 Jahren.“ Halter des beschädigten Fahrzeugs ist der Vater des 12-Jährigen.
Rechtliche Konsequenzen
Da Kinder unter 14 Jahren in Deutschland als nicht strafmündig gelten, veranlassten die Einsatzkräfte in Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Itzehoe keine weitergehenden strafrechtlichen Maßnahmen gegen den 12-jährigen Fahrer. Allerdings bleiben zivilrechtliche Ansprüche der Geschädigten von dieser Strafunmündigkeit unberührt und müssen separat geklärt werden.
Der Vorfall wirft Fragen zur Aufsichtspflicht und Prävention von Jugendkriminalität im Straßenverkehr auf. Die Polizei ermittelt weiter zu den genauen Umständen der nächtlichen Spritztour und den möglichen Konsequenzen für alle Beteiligten.



