Brandenburg im Visier von Internetbetrügern: Romantik und Geldanlagen als Fallen
Kurz vor dem Valentinstag am 14. Februar schlagen Polizei und Verbraucherzentrale Brandenburg Alarm: Online-Betrüger nutzen Dating-Plattformen und vermeintliche Investmentangebote, um Menschen in der Region um ihr Erspartes zu bringen. Was als romantischer Kontakt oder lukratives Geschäft beginnt, endet oft in finanziellen und emotionalen Desastern.
Love Scamming: Die falsche große Liebe im Netz
Hinter attraktiven Online-Profilen verbergen sich nicht selten kriminelle Akteure, die mit gefälschten Identitäten operieren. Sie inszenieren dramatische Schicksale, machen Komplimente und spielen die große Liebe vor – doch statt zu persönlichen Treffen kommt es zu Bitten um Geld. Die Betrüger geben vor, in Notlagen zu stecken oder teure Krankenhausaufenthalte zu benötigen.
Michèle Scherer, Digitalexpertin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg, betont: „Eine rückwärtsgerichtete Bildersuche im Internet kann gestohlene Profilbilder oder Fotos aus Bilddatenbanken entlarven.“ Sie rät Betroffenen dringend, auf Video-Chats zu bestehen, um die Existenz der Person zu überprüfen.
Warnsignale sind eindeutig: Wenn die neue Liebe nach Geld, Geschenken oder sensiblen persönlichen Daten wie Ausweiskopien oder Kontodaten fragt, sollte der Kontakt sofort abgebrochen werden. Auf den Internetseiten der Polizei und Verbraucherberatung finden sich weitere Hinweise zum Schutz vor sogenanntem Love Scamming.
Fake-Investments: Leere Versprechen mit verheerenden Folgen
Neben romantischen Betrügereien häufen sich in Brandenburg auch Fälle mit angeblichen Geldanlagen. In Brandenburg an der Havel fiel eine Seniorin auf ein Investmentangebot über soziale Medien herein und überwies einen hohen fünfstelligen Betrag. Als sie misstrauisch wurde, meldete sich ein vermeintlicher Anwalt, der für eine weitere hohe vierstellige Summe die Rückholung des Geldes versprach – vergeblich.
Weitere Beispiele aus der Region:
- In Pritzwalk in der Prignitz verlor ein Rentner 500 Euro durch eine Internet-Werbung für ein Fake-Investment.
- In Rheinsberg im Kreis Ostprignitz-Ruppin erlitt ein 66-Jähriger durch Investitionen in Kryptowährung einen hohen fünfstelligen Schaden. Anschließend fiel er auf eine Webseite herein, die die Rückholung des Geldes versprach. Durch Überweisungen besteht nun der Verdacht, dass er sich selbst der Geldwäsche strafbar gemacht hat.
Die Polizei warnt eindringlich vor solchen kriminellen Machenschaften und empfiehlt, bei ungewöhnlichen Geldanfragen oder Investmentversprechen stets skeptisch zu bleiben und im Zweifel professionelle Beratung zu suchen.



