Kunstinstallation mit 5.000 Kuscheltieren mahnt zum Kinderschutz
In der Vertretung des Landes Brandenburg in der Bundeshauptstadt Berlin hat der Cottbuser Künstler Martin Schüler eine außergewöhnliche Installation errichtet. Tausende von Kuscheltieren – Teddys, Katzen, Einhörner und viele weitere – füllen den Raum und schaffen ein farbenfrohes, aber zugleich ernstes Bild. Die Kunstaktion, die für zehn Tage zu sehen ist, soll ein deutliches Zeichen für den Schutz von Kindern setzen.
Besorgniserregende Zahlen zu Kindeswohlgefährdungen
Hinter der bunten Installation verbirgt sich ein düsterer Hintergrund: Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen in Deutschland hat zum dritten Mal in Folge einen neuen Höchststand erreicht. Im Jahr 2024 stellten die Jugendämter bei rund 72.800 Kindern oder Jugendlichen eine Gefährdung fest. Diese kann sich in Form von Vernachlässigung, psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt äußern.
Laut dem Statistischen Bundesamt ist diese Zahl binnen fünf Jahren um fast ein Drittel angestiegen, konkret um 31 Prozent. Dieser alarmierende Trend unterstreicht die Dringlichkeit des Themas, auf das die Installation aufmerksam machen will.
Künstler will auf stilles Leid hinweisen und Hoffnung geben
„Mit den Tausenden Kuscheltieren, die wir in einer Installation zusammengefasst haben, wollen wir auf dieses stille Leid aufmerksam – aber auch Hoffnung geben: bunt, farbenfroh mit Blick in eine bessere Zukunft“, erklärte Martin Schüler zur Eröffnung der Ausstellung am Nachmittag in Berlin. Der Künstler betonte, dass sich Menschen aus ganz Deutschland an der Aktion beteiligt hätten, indem sie Kuscheltiere spendeten. Insgesamt seien mehr als 5.000 Kuscheltiere zusammengekommen, die nun in der Brandenburger Landesvertretung ausgestellt werden.
Politische Unterstützung und Forderungen
Die Installation fand auch politischen Zuspruch. Mehrere Landtagsabgeordnete spendeten Kuscheltiere für die Ausstellung, um ihre Solidarität mit dem Anliegen zu zeigen. Brandenburgs Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) nutzte die Gelegenheit, um sich erneut für die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz auszusprechen. Diese Forderung gewinnt angesichts der steigenden Gefährdungszahlen zusätzlich an Bedeutung.
Die Kuscheltier-Installation dient somit nicht nur als künstlerischer Ausdruck, sondern auch als Plattform für politische Diskussionen und gesellschaftliches Engagement. Sie verbindet die emotionale Ansprache durch die vertrauten Spielzeuge mit der harten Realität der Statistiken, um so ein breites Publikum für das Thema Kinderschutz zu sensibilisieren.



