Glücksspiel in Deutschland: Millionen Spieler setzen Milliarden Euro ein
Glücksspiel: Millionen Deutsche setzen Milliarden Euro

Glücksspiel in Deutschland: Millionen Spieler setzen Milliarden Euro ein

Eine aktuelle Studie zum Spielverhalten der Deutschen offenbart eindrucksvolle Zahlen: Rund jeder dritte Erwachsene versucht, sein finanzielles Glück durch Glücksspiele zu finden. Die meisten setzen dabei auf das klassische Lotto 6aus49, doch auch riskantere Formen gewinnen an Bedeutung. Insgesamt geben die Spieler Milliarden von Euro aus und treiben so einen lukrativen Markt an.

Beliebtheit von Lotto 6aus49 ungebrochen

Für den „Glücksspiel-Survey 2025“ wurden 12.340 Personen im Alter von 16 bis 70 Jahren befragt. Die Untersuchung wurde vom Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) und der Universität Bremen durchgeführt und vom Deutschen Lotto- und Totoblock gefördert. Die Ergebnisse zeigen, dass 2025 etwa 36,4 Prozent der 69,4 Millionen erwachsenen Deutschen an mindestens einem Glücksspiel mit Geldgewinn teilnahmen. Dieser Anteil blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Am beliebtesten ist nach wie vor das klassische Lotto 6aus49: Fast jeder fünfte Deutsche, das entspricht rund 13,88 Millionen Menschen, spielte mindestens einmal mit. Im Gegensatz dazu entschieden sich 7,5 Prozent der Bevölkerung für riskantere Glücksspielformen wie Automatenspiele, Casinospiele oder Sportwetten.

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Spielsucht betrifft vor allem jüngere Menschen

Der Anteil der Menschen, die unter einer Spielsucht leiden, liegt bei 2,2 Prozent, was etwa 1,2 Millionen Personen entspricht. Axel Holthaus, Geschäftsführer von Lotto Niedersachsen und Vorsitzender der AG Spielerschutz und Prävention im Deutschen Lotto- und Totoblock, betont die Bedeutung dieser Zahlen. Besonders junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren sind mit einer Betroffenenquote von 4,6 Prozent überdurchschnittlich häufig betroffen. Bei den Älteren zwischen 56 und 70 Jahren liegt der Anteil hingegen nur bei 0,8 Prozent.

Männer sind mit 3,2 Prozent deutlich häufiger von Glücksspielstörungen betroffen als Frauen, bei denen es nur 1,1 Prozent sind. Die Umfrage wurde zwischen dem 4. August und dem 26. November 2025 telefonisch und online durchgeführt.

Risikoreiche Glücksspielformen im Fokus

Zu den Glücksspielformen mit hohem Suchtpotenzial zählen insbesondere Automatenspiele. Die Studie unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Typen:

  • Virtuelle Automatenspiele (32,5 % der Spielsüchtigen)
  • Geldspielautomaten (23,4 %)
  • Glücksspielautomaten (28,1 %)
  • Live-Sportwetten (27,0 %)

Geldspielautomaten, wie sie in Spielhallen oder Gaststätten zu finden sind, ermöglichen eher kleinere Gewinne. Glücksspielautomaten, oft als „einarmige Banditen“ bekannt, bieten hingegen die Chance auf tausende Euro Gewinn, bergen aber auch ein höheres Risiko.

Milliardenmarkt mit steigenden Erträgen

Glücksspiel ist in Deutschland ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder verzeichnete für 2024 Brutto-Spielerträge im legalen Markt von rund 14,4 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Studie unterstreicht somit nicht nur die Beliebtheit von Glücksspielen, sondern auch deren wirtschaftliche Relevanz und die damit verbundenen sozialen Herausforderungen.

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