Historischer Innenhof in Pasewalk wird für Schwerlastverkehr ertüchtigt
Der Landkreis Vorpommern-Greifswald plant eine umfassende Sanierung des Innenhofs des Historischen U in Pasewalk. Das Vorhaben zielt darauf ab, den maroden Plattenbelag durch eine betonierte Pflasterfläche zu ersetzen, die künftig auch schweren Lastverkehr aufnehmen kann. Die Kosten für dieses ambitionierte Projekt belaufen sich auf rund 689.000 Euro.
Hintergrund und Notwendigkeit der Sanierung
Der Innenhof wurde ursprünglich in den frühen 2000er Jahren primär für Fußgänger und leichten Zugangsverkehr konzipiert. Schwerlastfahrzeuge wie Lkw und Busse mussten bisher über den Parkplatz der Kürassierkaserne auf der Westseite des Gebäudes umgeleitet werden. Diese Umwege führten zu erheblichen logistischen Problemen, darunter lange Transportwege innerhalb des Gebäudes und die Sperrung von Seminarbereichen während größerer Veranstaltungen.
Da der Saal direkt an den Innenhof grenzt und viele Veranstaltungen barrierefrei zugänglich sein müssen, nutzten immer mehr Fahrzeuge den Hof, was den vorhandenen Plattenbelag erheblich beschädigte. Locker verschobene Platten stellen mittlerweile eine ernsthafte Unfallgefahr dar. Kleinere Reparaturversuche blieben erfolglos, da ein tragfähiger Unterbau fehlt.
Denkmalschutz und naturschutzrechtliche Auflagen
Das Areal steht unter Denkmalschutz, was besondere Anforderungen an die Bauarbeiten stellt. Eine denkmalrechtliche Genehmigung liegt bereits vor, und die Planungen wurden mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Die bestehenden Grünflächen sollen weitgehend erhalten bleiben, um den historischen Charakter des Hofs zu wahren.
Als Ersatzpflanzung sind sechs Silberlinden vorgesehen, was mit der unteren Naturschutzbehörde koordiniert wurde. Flächen, die nicht befestigt werden, erhalten eine neue Rasenanlage. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass der Innenhof auch während der Bauphase für die Einrichtung nutzbar bleibt.
Zeitplan und Umsetzung
Der Baubeginn ist für den Herbst 2026 geplant, sobald der Haushalt durch das Innenministerium bestätigt ist und die Ausschreibung erfolgt ist. Die Maßnahme wird in Bauabschnitten umgesetzt, um die Erreichbarkeit während des laufenden Veranstaltungsbetriebs zu gewährleisten. Die Bewirtschaftung des Objekts liegt bei der Stadt Pasewalk, und die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung wird als eingespielt beschrieben.
Parallel dazu laufen im Gebäude selbst Sicherheitsmaßnahmen: Nach einer Brandverhütungsschau im Januar 2026 werden die Flucht- und Rettungswege neu bewertet und die Sicherheitsbeleuchtung erneuert, da die alte Anlage nicht mehr instand gesetzt werden konnte. Diese Installationsarbeiten begannen bereits 2025 und sollen 2026 abgeschlossen werden.
Finanzierung und Ausblick
Die Finanzierung der Sanierung erfolgt aus dem Kreishaushalt. Mit dem neuen, belastbaren Belag soll der Innenhof künftig nicht nur sicherer, sondern auch effizienter für Veranstaltungen und Logistik genutzt werden können. Dieses Projekt vereint somit moderne Verkehrsanforderungen mit der Bewahrung historischer Substanz und unterstreicht die Bedeutung von Denkmalschutz in der Stadtentwicklung.



